WELTERBE DOGON: Vermarktung einer gefährdeten Kultur?
Maskentanz in Tireli, Dogonland
Wann?
3.11.2011, 18 Uhr
Wo?
Forum der Bundeskunsthalle Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn

- Das Dorf Banani-Amou
Der Eintritt zu der Diskussion ist frei!
Vor über 500 Jahren floh das Volk der Dogon in die unzugängliche Felslandschaft von Bandiagara im Osten Malis. Weitgehend isoliert von fremden Einflüssen entwickelte sich hier im engen Zusammenspiel zwischen der Natur und ihren Bewohnern eine einzigartige Kultur. 1989 hat die UNESCO das Land der Dogon als Kultur- und Naturdenkmal in die Liste des Welterbes aufgenommen.
In westlichen Museen werden Masken, Skulpturen und andere Objekte der Dogon gerne als Kunstwerke präsentiert. Doch gehören sie wirklich in diese Sphäre? Für die Dogon selbst sind sie Gebrauchsgegenstände, Dinge des Alltags und Kultobjekte, die in gelebte Traditionen eingebunden sind. In kaum einer anderen Region Afrikas wird eine reiche Überlieferung und Mystik so lebendig gehalten wie hier.
Was bedeutet es, wenn diese Dinge den Weg aus dem afrikanischen Alltag in unsere Museen finden? Wie passen Lebendigkeit der Kultur und museale Bewahrung zusammen? Was bringt das der Region und ihren Menschen? Trägt die Ernennung zum Welterbe auch zur Verbesserung der dortigen Lebensbedingungen bei? Welchen Beitrag kann die deutsche Entwicklungszusammenarbeit dazu leisten, beides in Einklang zu bringen?

- Holzhandwerker und Korbmacher im Dorf Koundou
Diese und andere Fragen diskutieren am 3.4.2011 ab 18 Uhr in der Bonner Bundeskunsthalle:
Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung;
Lassana Cissé, Direktor der Mission Culturelle de Bandiagara, die sich für den Schutz und Erhalt des kulturellen Erbes der Dogonregion einsetzt und den ökonomischen Nutzen für die Bevölkerung ausbaut;
Dr. Stefan Schmid, Geschäftsführer des Zentrums für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) an der Goethe-Universität, Frankfurt/Main, Kurator mehrerer Afrikaausstellungen;
Lutz Gregor, Filmregisseur, Autor, Dozent; er hat unter anderem Dokumentar- und Kurzfilme zum Thema in der Dogon-Region gedreht.
Die Journalistin Monika Hoegen moderiert das Gespräch.
Auf dem Podium wird Lassana Cissé auch Einblick in Kooperationen der Mission Culturelle de Badiagara mit der GIZ geben. Zwischen beiden besteht eine langjährige Partnerschaft: Sowohl die frühere GTZ als auch der ehemalige DED arbeiten seit 1999 vor Ort mit der Organisation zusammen. Gemeinsam setzt man sich in Projekten wie „Ökotourismus Dogonland" dafür ein, einen für Land und Menschen verträglichen Tourismus zu etablieren, damit die Dogon nachhaltig von ihrem Welterbe profitieren können. Auf Anfrage und unter Beteiligung der Bevölkerung ist etwa ein Dorfmuseum in Nombori entstanden, das mit seiner Ausstellung und Veranstaltungen Touristen lockt und dadurch zu einer Einkommensverbesserung vor Ort beiträgt.
Die Ausstellung „Dogon – Weltkulturerbe aus Afrika" ist noch bis zum 22. Januar 2012 in der Bonner Bundeskunsthalle zu sehen.


Entwicklungsdienst