Unterstützung des nationalen Plans Boliviens zum Management von Wassereinzugsgebieten

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung des nationalen Plans Boliviens zum Management von Wassereinzugsgebieten
Auftraggeber: Europäische Union
Finanzier: Europäische Union
Land: Bolivien
Politischer Träger: Ministerio de Medio Ambiente y Agua (MMAyA)
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2012

Ausgangssituation

Lateinamerika ist eines der wasserreichsten Gebiete der Erde. Bolivien gehört mit drei großen grenzüberschreitenden Wassereinzugsgebieten – Amazonas als weltgrößtes Wassereinzugsgebiet, de la plata und Altiplano-Becken – zu den Ländern mit den größten Wasserressourcen. Gleichzeitig ist Bolivien eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Von Armut betroffen ist hauptsächlich die ländliche, insbesondere die indigene Bevölkerung. Nachhaltiges Management der Wasserressourcen ist entscheidend für Einkommenssicherung und Minderung von Armut und unterstützt so die Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele.

Ziel

Der institutionelle Rahmen für das nachhaltige und integrierte Management der Wassereinzugsgebiete ist auf allen Ebenen gestärkt. Die beteiligten Akteure verfügen über mehr Fachwissen für das Management von Wassereinzugsgebieten.

Vorgehensweise

Strategische und politische Vorgaben zur sozialen, ökonomischen und ökologischen Bewirtschaftung der Wasserressourcen sind im Nationalen Plan Boliviens zum Management von Wassereinzugsgebieten zusammengefasst. Im Konsortium mit weiteren spezialisierten Institutionen unterstützt GIZ International Services (GIZ IS) die Umsetzung des nationalen Plans Boliviens zum Management von Wassereinzugsgebieten. Im Zentrum der Unterstützung steht der Ausbau institutioneller Kompetenzen und Leistungsfähigkeit (Capacity Building) im Sinne der Pariser Erklärung über die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit (2005). Vornehmlich beraten wird das bolivianische Vizeministerium für Wasserressourcen und Bewässrung (Viceministerio de Recursos Hídricos y Riego – VRHR) bei der Umsetzung der Aktivitäten.

Der Nationale Plan zum Management von Wassereinzugsgebieten ist Teil des nationalen Entwicklungsplans und hat fünf Hauptziele:

  • Neuordnung der Institutionenlandschaft im Bereich der Wassereinzugsgebiete sowie Fach-, Prozess- und Organisationsberatung. Auf diese Weise sollen:
    • Abstimmungs- und Kooperationsprozesse zwischen den verschiedenen Institutionen gefördert werden,
    • ein integriertes Management der Wasserressourcen im Dialog mit der Zivilgesellschaft sichergestellt werden,
    • Konflikte um knappe Wasserressourcen vermieden werden.
  • Formulierung und Umsetzung von Plänen, Politiken, Normen und Gesetzen, um die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen in den Wassereinzugsgebieten Boliviens zu verbessern
  • Einführung eines Wissensmanagementsystems zur Institutionalisierung von organisationalem Lernen
  • Förderung und Systematisierung eines nachhaltigen und integrierten Managements der Wassereinzugsgebiete
  • Entwicklung und Umsetzung eines begleitenden Programms zur Bewusstseinsbildung, mit dem die Bevölkerung über die Problematik und das Projekt informiert wird

Das Vorhaben koordiniert ferner die Ausschreibung von Studien sowie Forschungsarbeiten über grenzüberschreitende Wassereinzugsgebiete in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Experten und Institutionen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Das Vizeministerium für Wasserressourcen und Bewässerung wurde mit Führungs-, Informations- und Prüfinstrumenten ausgestattet, um eine effektive Überwachung und Evaluierung der Sektorpolitik sicherzustellen.

Durch Capacity-Building-Maßnahmen ist der institutionelle Rahmen des Vizeministeriums für Wasserressourcen und Bewässerung gestärkt. Das Vizeministerium kann seine öffentlichen Aufgaben besser wahrnehmen.

Organisation, Systematisierung und Evaluierung der technischen Kooperation der in diesem Sektor tätigen Geber wurden harmonisiert.

Durch Projekte und Workshops wurden die integrierte Bewirtschaftung von Wasserressourcen und das integrierte Management von Wassereinzugsgebieten verbessert.

Die einzelnen Resultate haben sich durchschnittlich um mehr als ein Viertel verbessert (Stand: Januar 2011). Die bisher erzielten Ergebnisse liegen über den Erwartungen.