Ländliche Entwicklung und Landwirtschaft in Togo fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ländliche Entwicklung einschließlich Landwirtschaft in Togo (ProDRA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Kofinanziert von: Europäische Union (EU)
Land: Togo
Politischer Träger: Ministère de la Planification du Développement et de la Coopération (MPDC)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2023

Eine Arbeiterin schneidet Ananas in Scheiben, um sie zu trocknen.

Ausgangssituation

Mit durchschnittlich fünf Prozent ist das Wirtschaftswachstum Togos in den vergangenen Jahren relativ stabil geblieben. Trotzdem sind viele Menschen von Arbeitslosigkeit oder gering entlohnten Beschäftigungsverhältnissen betroffen. Die Landwirtschaft des Landes ist wenig strukturiert und entwickelt, trägt aber dennoch zu 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bei. Dabei gibt es vor allem auf dem Land Potenziale in der Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Beim Export dominieren Rohstoffe wie Baumwolle, Kaffee- und Kakaobohnen.

Um die Armut in ländlichen Gebieten zu reduzieren, setzt die togoische Politik auf einen strukturellen Wandel der Volkswirtschaft. So sollen die landwirtschaftlichen Produktionsketten mit hohem Beschäftigungs- und Exportpotenzial ausgebaut werden. In der Vergangenheit haben staatliche Investitionen geholfen, die Nahrungsmittelproduktion zu steigern. Es fehlen aber weiterhin effiziente Produktionssysteme, technische und organisatorische Fertigkeiten, sowie innovative Geschäftsmodelle. Marktorientierung, Ernährungssicherheit und die Qualität von Lebensmitteln müssen deutlich verbessert werden.

Ziel

Die wirtschaftliche und technische Leistungsfähigkeit in ausgewählten landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten hat sich erhöht. Die Zielgruppen sind besser in der Lage, sich selbst zu versorgen.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet an einer modellhaften Verbesserung einzelner Wertschöpfungsketten und wird über die Europäische Union (EU) mit weiteren finanziellen Mitteln unterstützt. Es arbeitet eng mit den Ministerien für Landwirtschaft und Industrie, Kooperativen und Produzentenvereinigungen, sowie Verarbeiter*innen und Händler*innen zusammen.

Eine engere Zusammenarbeit zwischen den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie kleinen bis mittleren Verarbeitungsbetrieben und Exportunternehmen soll Transaktions- und Produktionskosten senken. Gleichzeitig ist geplant, auf diesem Weg die Produktion in den weiterverarbeitenden Betrieben zu steigern. Dadurch könnten vor allem die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern genügend Einkommen erwirtschaften. Langfristig entstehen zusätzliche Arbeitsplätze in der Verarbeitung und bestehende Jobs werden gesichert. 

Das Vorhaben unterstützt die Produktion für den nationalen und internationalen Markt in gleicher Weise wie die Selbstversorgung der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Gemeinsam mit Kreditinstituten werden Finanzdienstleistungen entwickelt, die an die Bedingungen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft angepasst sind. Ferner  berät das Vorhaben die togoische Regierung dabei, die Rahmenbedingungen der Landwirtschaft insgesamt zu verbessern. Es fördert sowohl Investitionen im Land, als auch den Export, um das Wirtschaftswachstum langfristig positiv zu beeinflussen.

Wirkungen

  • Die Selbstorganisation der Zielgruppen wurde vor allem in den Branchenverbänden der Produktionsketten Ananas, Kaffee, Kakao, Gemüse/Gewürze und Cashew gestärkt.
  • Das Vorhaben hat mehr als 35.000 Produzent*innen in den Bereichen Gemüse/Gewürze, Kaffee, Kakao und Ananas in ihrer Organisationsentwicklung unterstützt. 
  • Mehr als 10.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern wurden in verbesserten landwirtschaftlichen Techniken und im Unternehmertum ausgebildet. Davon wenden nachweislich mehr als 83 Prozent der Teilnehmenden das neue Wissen an. Dadurch konnten sie ihr Einkommen im Jahr 2020 um durchschnittlich 27 Prozent steigern. 
  • Eine enge Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und die Teilnahme an internationalen und regionalen Messen ermöglichen Produzent*innen den Zugang zu internationalen Märkten. 
  • Weiterverarbeitende Betriebe wurden gefördert und neue Arbeitsplätze sind entstanden, so sind inzwischen 26.400 Menschen in der Cashewproduktion und 54.000 Menschen in der Ananasproduktion beschäftigt. 
  • Das Vorhaben hat umweltverträgliche Produktionsweisen etabliert. So nutzen bereits 95 Prozent der kollaborierenden Unternehmen umweltschonende und an den Klimawandel angepasste Produktionsmethoden. Dazu zählen neuerdings knapp 13.000 Bio-Kakao-Produzent*innen. 
  • Mehr als 4.600 Cashew-, Kaffee/Kakao- und Ananasproduzent*innen wurden im Finanzmanagement geschult. 87 Mitarbeitende einer nationalen Mikrofinanzierungsbank haben eine Fortbildung für die Risikobewertung der Landwirtschaft erhalten. Zudem erhielten mehr als 1.600 Produzent*innen  zwischen 2017 und 2020 Kredite.

Stand: Juni 2021

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