Deutschland hat die bilaterale Zusammenarbeit mit der Regierung von Tschad, die 2008 zum Erliegen gekommen war, 2025 wieder aufgenommen. Die Kooperation geht zurück auf das Jahr 1970, in dem Deutschland erstmals Fachkräfte im Entwicklungsdienst in das Land entsandte. Seit 1986 unterhält die GIZ ein Büro in der Hauptstadt N’Djamena.
Unterstützung trotz Herausforderungen
Über 75 Prozent der Bevölkerung Tschads leben in ländlichen Gebieten und arbeiten als Selbstversorger*innen oder nomadische Viehhalter*innen. Angesichts der großen Landfläche des Landes sind grundlegende Dienstleistungen in allen Sektoren begrenzt, und der Wettbewerb um den Zugang zu diesen führt zu Konflikten zwischen ethnischen Gruppen.
Die Situation wurde durch den Ausbruch des Bürgerkriegs im benachbarten Sudan weiter verschärft. Tschad hat über 1,4 Millionen Geflüchtete aufgenommen und damit zum wichtigsten Auffangland für Menschen aus dem Sudan geworden. Dieser massive Zustrom gefährdet das fragile soziale Gleichgewicht und verschärft auch den Wettbewerb um grundlegende Dienstleistungen.
Das Fehlen von Dienstleistungen in ländlichen Gebieten führt zu starker Landflucht. Vor allem junge Menschen ziehen in die großen Städte Tschads, die jährliche Wachstumsraten von 6,3 Prozent verzeichnen. Die vielen Zugezogenen überfordern dabei nicht nur die Aufnahmekapazitäten dieser urbanen Zentren. Angesichts begrenzter wirtschaftlicher Möglichkeiten gelingt ihre Integration nur schwer.
Woran wir in Tschad arbeiten
Um diese Herausforderungen anzugehen, fördert die GIZ die nachhaltige Entwicklung Tschads in den folgenden drei Schwerpunktbereichen:
- Nachhaltige Infrastruktur
- Soziale Entwicklung
- Wirtschaft und Beschäftigung
In Zusammenarbeit mit den staatlichen Stellen für Energie unterstützt die GIZ Tschad dabei, die urbanen Zentren des Landes zu elektrifizieren und neue Wachstumschancen für die Privatwirtschaft in Tschad zu schaffen.
Zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts unterstützt die GIZ ländliche Gemeinschaften mit Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung. So trägt sie die Dezentralisierungsreform mit, die auf eine bessere Grundversorgung durch starke lokale Behörden zielt.
Durch eine verbesserte Berufsbildung unterstützt die GIZ ländliche und städtische Bevölkerungsgruppen dabei, ihr Wirtschaftspotenzial zu nutzen und den privaten Sektor zu stärken. Dadurch entstehen Arbeitsplätze und die Einkommen vulnerabler Haushalte steigen.
Steckbrief Tschad
GIZ Mitarbeitende
Stand: 31.12.2025
- 191 Nationale Mitarbeitende
- 11 Internationale Mitarbeitende
Einblicke