Beteiligung der Privatwirtschaft an der Stromversorgung aus Kleinwasserkraft für ländliche Entwicklung
Projektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Private Sector Participation in Micro-hydro Power Supply for Rural Development (PSP Hydro)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ruanda
Politischer Träger: Energy, Water and Sanitation Authority (EWSA)
Gesamtlaufzeit: 2006 bis 2013
Ausgangssituation
Der Energieverbrauch pro Kopf der Bevölkerung in Ruanda ist einer der niedrigsten der Welt. Lediglich 16 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu Elektrizität, in ländlichen Gebieten sogar weniger als 2 Prozent. Während des Genozids von 1994 wurde der Großteil der Infrastruktur für Energieerzeugung und -versorgung zerstört. Gerade die Wirtschaftsbereiche mit den besten Wachstumsaussichten (Agrarindustrie, Tourismus, IT) leiden unter der mangelnden Energieversorgung. Gleichzeitig kann aufgrund der Energieknappheit ein Großteil der sozialen Infrastruktur ihre Leistungen nicht effizient erbringen.
Die Regierung versucht, die Energieinfrastruktur wieder aufzubauen und dabei Wasserkraft, Methangas, Windkraft, Solarenergie und geothermische Energiequellen zu nutzen. Es ist geplant, die Erzeugungskapazitäten bis 2017 von heute 100.4 Megawatt (MW) auf 1.000 MW zu erhöhen. Vor allem die Einbeziehung der Privatwirtschaft soll dies ermöglichen.
Ziel
Etwa 20.000 Personen sind an die lokale Stromversorgung angeschlossen. Mehrere kleine und mittlere Unternehmen sind in der Lage, Kleinwasserkraftanlagen zu installieren und nachhaltig zu betreiben.
Vorgehensweise
Das „Energising Development“-Projekt, kofinanziert durch das niederländische Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten (DGIS), wird dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen durch verbesserte Energieversorgung zu stärken. Dies geschieht durch die Identifikation, Vorbereitung und Unterstützung privater Firmen beim Bau und Betrieb von Kleinwasserkraftanlagen mittels Beratung, Fortbildung und begrenzte Kofinanzierungen.
Zusätzlich unterstützt das Projekt die Integration einer nachhaltigen Energieplanung in partizipative Entwicklungsprozesse und den Aufbau eines gesetzlichen Rahmens zur Förderung erneuerbarer Energien.
Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Die beiden ersten privat betriebenen Kleinwasserkraftwerke in Ruanda, mit einer Kapazität von 96 kW (Kilowatt) und 500 kW, sind an das nationale Netz angeschlossen. Sie versorgen über 10.000 Menschen mit Elektrizität. Ein drittes Kleinwasserkraftwerk wird bis Mitte 2012 fertiggestellt, weitere Kraftwerke sind in Planung.
Private kleine und mittelständische Unternehmen übernehmen zunehmend eine führende Rolle in Verhandlungen mit dem nationalen Energieversorger und Regierungsbehörden. Einspeisetarife für Kleinwasserkraft sind im Februar 2012 infolge konstanten Lobbyings in Kraft getreten. Weitere Regulierungen, wie ökologische Standards und Lizenzprozeduren, konnten durch Unterstützung des Projekts ebenfalls eingeführt werden.
Ruandische Banken, die vor Projektbeginn keine Erfahrung mit Projekten im Energiesektor hatten, haben erste Kredite an Entwickler von Kleinwasserkraftanlagen vergeben. Internationale Investoren haben begonnen in Unternehmen zu investieren, die vom Vorhaben unterstützt werden.
Das Ministerium für Infrastruktur hat die Privatsektorförderung in seine Strategie zum Ausbau der Stromversorgung integriert und plant, alle öffentlich finanzierten Kleinwasserkraftwerke zu privatisieren.