Programm für Einkommens- und Beschäftigungsförderung

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm für Einkommens- und Beschäftigungsförderung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Honduras
Politischer Träger: Secretaría de Industria y Comercio (SIC)
Gesamtlaufzeit: November 2004 bis Dezember 2010

Ausgangssituation

In Zentralamerika schreitet die Integration in den internationalen Handel mit der Einrichtung einer regionalen Zollunion, dem Inkrafttreten der Freihandelsabkommen CAFTA-DR sowie den Gesprächen zu einem Assoziierungsabkommen voran. Die Regierung von Honduras setzt dabei vermehrt auf die dynamische Kraft kleinster, kleiner und mittlerer Unternehmen (KKMU), die schon heute einen wichtigen Anteil am Bruttosozialprodukt und an der Beschäftigung haben. Allerdings sind sowohl die Rahmenbedingungen als auch die staatlichen und privatwirtschaftlichen Angebote zur KKMU-Förderung im regionalen Vergleich noch unzureichend, um eine angemessene Wettbewerbsfähigkeit dieses Sektors sicherzustellen.

Ziel

Durch die nachhaltige Einführung innovativer Instrumente zur Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung ist die Wettbewerbsfähigkeit der KKMU verbessert.

Vorgehensweise

Das Programm ist bestrebt, durch die nachhaltige Einführung innovativer Instrumente der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung die Wettbewerbsfähigkeit der honduranischen KKMU zu verbessern. Handlungsgrundlage ist die nationale Strategie zur Armutsreduzierung und die Politik zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit von KKMU. Die Stärkung der Kapazitäten staatlicher und privater Förderinstitutionen steht im Vordergrund.

Das Programm umfasst vier Arbeitsbereiche:

  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für KKMU

    Durch eine verstärkte Konzertierung zwischen staatlichen und privaten Akteuren, die Schaffung eines angemessenen gesetzlichen Rahmens für die KKMU-Förderung und den Abbau von Hürden für den Aufbau und Betrieb von KKMU werden die Rahmenbedingungen verbessert. Wichtigste Partner sind das Industrie- und Handelsministerium, Kammern und der Dachverband der honduranischen Unternehmen (COHEP).
  • Qualitative und quantitative Verbesserung von Unternehmens- und Finanzdienstleistungen

    Neue Produkte werden entwickelt und in ausgewählten Regionen vertrieben. Wichtigste Partner sind die Bankenaufsicht, Finanzinstitutionen sowie private Unternehmensdienstleister und Kammern.
  • Lokale Wirtschaftsförderung

    Das Konzept der lokalen Wirtschaftsförderung wird auf nationaler Ebene verankert. Die Durchführung produktiver Projekte der lokalen Wirtschaftsförderung wird in ausgewählten Regionen begleitet. Wichtigste Partner sind das Innenministerium und der Gemeindedachverband (AMHON) sowie auf dezentraler Ebene Gemeindeverwaltungen und Institutionen der Privatwirtschaft.
  • Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit von Jugendlichen

    Arbeitsmarktorientierungs- und -vermittlungsdienste werden in ausgewählten Regionen eingeführt. Der Aufbau eines Arbeitsmarktobservatoriums inklusive der notwenigen Analysefähigkeiten bei den Partnern wird gefördert. Wichtigste Partner sind das Arbeitsministerium sowie auf dezentraler Ebene Kammern und Gemeindeverwaltungen.

Das Programm verwendet einen Mehrebenenansatz, der auf dem Konzept der systemischen Wettbewerbsfähigkeit basiert. Dies bedeutet Interventionen auf der Makroebene der Politikberatung, der Mesoebene der Institutionenförderung sowie der Mikroebene der Entwicklung konkreter Produkte. Gleichzeitig wird ein ständiger Austausch zwischen nationaler Politik- und Strategieentwicklung und der dezentraler Anwendung gesucht, um eine Weitergabe der praktischen Erfahrungen an die nationale Ebene zu gewährleisten.

Auf allen Ebenen besteht eine intensive Kooperation mit anderen deutschen sowie bi- und multilateralen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, die in der KKMU-Förderung in Honduras tätig sind.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

  • Vorlage eines Gesetzes zur KKMU-Förderung im Parlament, einschließlich des Vorschlags der Einrichtung eines Vizeministeriums
  • Einführung von Verfahrensvereinfachungen und Einrichtung von sogenannten One-Stop-Agenturen und Webportalen in drei Gemeindeverwaltungen
    Zeit und Kosten für die Erteilung von Betriebserlaubnissen, Baugenehmigungen und anderen Verwaltungsformalitäten wurden um bis zu 50 Prozent reduziert.
  • Einrichtung von zwei innovativen Unternehmensdienstleistungen beim Dachverband der Honduranischen Unternehmen COHEP: eine Informationswebpage für KMU und eine Geschäftsanbahnungsbörse. Über 30.000 Besucher hatte die Infoseite im Jahre 2006. Über die Geschäftsanbahnungsbörse, die auch beim Lateinamerikatag der Deutschen Wirtschaft eingesetzt wurde, haben in den Jahren 2005 und 2006 in drei Veranstaltungen über 300 Unternehmen Geschäftskontakte etabliert und Geschäftsabschlüsse von mehreren Millionen US-Dollar realisiert.
  • Einführung von neuen Finanzprodukten zur Ersparnisbildung auf Basis von Auslandsrücküberweisung. Diese Produkte werden über den Dachverband der Spar- und Kreditkooperativen über etwa 20 Kooperativen landesweit sowie über eine Internetseite vertrieben. Die von GTZ und Welternährungsorganisation FAO entwickelte Mikrofinanzsoftware „Microbanker“ wurde in drei honduranischen Finanzinstitutionen eingeführt.
  • Erarbeitung und Verbreitung der Verfahrensvorschriften für den Transformationsprozess von Mikrofinanzinstitutionen in regulierte Finanzintermediäre
    Diese Broschüre dient dem gesamten Mikrofinanzsektor, der sich den Vorschriften der Bankenaufsicht unterstellen will, als Orientierung, um an zusätzliche Finanzmittel zu gelangen. Bisher sind vier Institutionen formalisiert worden und weitere vier befinden sich im Prozess der Formalisierung.
  • Erarbeitung und Diskussion einer Nationalen Politik zur lokalen Wirtschaftsförderung, Schulung von Gemeindepersonal für ihre Rolle in der lokalen Wirtschaftsförderung. Das Konzept wurde im Innenministerium verankert.
  • Begleitung erster Initiativen zur lokalen Wirtschaftsförderung für den Tourismus in der Region La Esperanza / Intibucá: Messe zur Vermarktung lokaler Produkte, Kulturfestival.
  • Begleitung der Einrichtung eines trilateralen Arbeitsmarktobservatoriums von Arbeitsministerium, Verband der Privatwirtschaft und Gewerkschaften; Schulung von Personal für Arbeitsmarktanalysen. Eine erste Studie zur Beschäftigung Jugendlicher wurde durch das Observatorium erarbeitet. 
  • Einrichtung eines Arbeitsmarktorientierungs- und -vermittlungsdienstes für Jugendliche in der Gemeinde Choloma. Im Jahre 2006 konnten durch diesen Dienst über 600 Jugendliche in ein festes Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden. 300 erhielten eine Arbeitsmarktorientierung. Die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen ist groß. Es erfolgt eine Ausweitung, auch mit Mitteln anderer Geber finanziert, auf zwei weitere Regionen (Santa Rosa de Copán und La Esperanza/Intibucá).

Weiterfuehrende Informationen


Ansprechpartner


Herr Jürgen Popp
E-Mail: juergen.popp@giz.de