Energieeffizienz und erneuerbare Energien zur Armutsbekämpfung im Sahel
Projektkurzbeschreibung
Bezeichnung: : Energieeffizienz und erneuerbare Energien zur Armutsbekämpfung im Sahel (FAFASO – Foyers Améliorés au Burkina Faso)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Burkina Faso
Politischer Träger: Ministère de l’Environnement et du Cadre de Vie
Gesamtlaufzeit: 2007 bis 2012
Ausgangssituation
Die Energieversorgung Burkina Fasos wird zu über 80 Prozent durch die traditionellen Energieträger Holz und Holzkohle gedeckt. Dadurch wird mehr Holz benötigt als nachwachsen kann. Dies trägt erheblich zur wachsenden Desertifizierung des Landes bei. Der steigende Holzbedarf hat zudem direkte Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Menschen, insbesondere der Frauen: Während diese in den ländlichen Gebieten immer weitere Strecken zurücklegen müssen, werden in den Städten des Landes immer größere Summen Bargeld benötigt, um genügend Brennstoff zu erwerben.
Seit 2005 wurden mithilfe des „Projet Foyers Améliorés au Burkina Faso“ (FAFASO) rund 75.000 Energiesparherde vorwiegend im städtischen Raum Burkina Fasos verkauft. Bisher wurden 508 Herdproduzenten in verschiedenen Sparten ausgebildet, um unterschiedliche Käuferschichten anzusprechen:
- 224 Produzenten von Metallherden für Käufer mit minimalen Kaufpotenzial – ein Herd in Haushaltsgröße kostet rund 4 Euro – sowie für Garküchenbetreiberinnen und soziale Einrichtungen wie Schulen
- 150 Töpferinnen zur Herstellung von Keramikherden für ärmere Käuferschichten
- 134 Maurer zur Herstellung von Lehmherden für die Produzentinnen von Hirsebier
Ziel
In beiden Großstädten und den ländlichen Regionen Burkina Fasos sind 300.000 Personen mit energiesparender Kochtechnologie ausgestattet.
Vorgehensweise
Das Projekt ist Teil der kommunalen Komponente des Programms „Dezentralisierung/Kommunalentwicklung“. Es wird kofinanziert vom Generaldirektorat für Internationale Zusammenarbeit im niederländischen Außenministerium (Dutch Directorate General for International Co-operation – DGIS). Der regionale Schwerpunkt des Projekts liegt in Regionen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ), wo sowohl Metall- als auch Keramik- und Lehmherde vertrieben werden sollen. Um den Verkauf und die Verwendung energie- und umweltfreundlicher Herde nachhaltig zu sichern, unterstützt das Projekt vor allem private Herdproduzenten und -verkäufer, die ein kommerzielles Interesse am Gelingen des Projekts haben. Staatliche und kommunale Organe werden unterstützend und zur Sensibilisierung einbezogen.
Mit Unterstützung des Programms „Dezentralisierung/Kommunalentwicklung“ sollen Umwelt- und Energiefragen in den kommunalen Diskurs eingebracht werden. Im Gegenzug sollen die Kommunen die Rahmenbedingungen für die lokalen Produzenten von Energiesparherden verbessern. Diese werden nicht nur in technischen Fragen ausgebildet, sondern auch mit Marketingkompetenzen ausgestattet, die es ihnen ermöglichen, die Herstellung und Vertreibung von Energiesparherden als ökonomisch ertragreiche Tätigkeit auszuüben.
Im Verbund mit dem staatlichen „Institut de Recherche des Sciences Techniques et Appliquées“ wird einerseits die Qualitätskontrolle der produzierten Herde durchgeführt, andererseits die technische Weiterentwicklung lokaler, traditioneller Herdformen vorangetrieben. Das Projekt engagiert sich in Sensibilisierungskampagnen, die die Notwendigkeit, energiesparende Technologien zu verwenden, sowohl in der Bevölkerung als auch bei den politischen Entscheidungsträgern verankert.
Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Von November 2006 bis Oktober 2009 wurden rund 75.000 Herde verkauft. Dadurch bekamen insgesamt über 450.000 Personen Zugang zu moderner Kochtechnologie. Dies bedeutet spürbare Armutsminderung vor allem bei den Produzenten der Metallherde durch verbesserte Einnahmesituationen sowie bei den Nutzerinnen großer Herde wie Restaurantbetreiberinnen und Hirsebierbrauerinnen. Ihre Ausgaben für die Brennholzbeschaffung sanken zwischen 50 und 80 Prozent. Durch geringere Rauchentwicklung und Hitzeemission verbesserte sich die Gesundheit von Köchinnen spürbar.
Die Nutzung energiesparender Technologien ist im lokalen politischen Diskurs verankert, was sich durch die zunehmende Anzahl von Stadtratsbeschlüssen und kommunalen Aktivitäten zum Thema ausdrückt.
Die Aktivitäten des Projektes sind auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Die Produzenten stellen die Herde auf eigene Rechnung und mit selbst erworbenen Materialien her, außerdem lernen sie, sich Märkte selbstständig zu erschließen. Grundsätzlich unterstützt das Projekt nur den Vertrieb von Produkten, die vom Preis-Leistungs-Verhältnis so überzeugend sind, dass die Nutzerinnen sie auch nach dem Rückzug des Projektes weiter nachfragen werden.
Weiterführende Informationen
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Lokale Website des Projekts
Foyers Améliorés au Burkina Faso – FAFASO
http://www.fa-faso.org