Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige Waldbewirtschaftung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: China
Politischer Träger: State Forestry Administration (SFA)
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2011

Ausgangssituation

In der VR China verursachte eine rein bedarfsorientierte Holznutzung über mehrere Jahrzehnte schwere Waldschäden und flächenhafte Entwaldung. Die negativen Konsequenzen – Wüstenbildung, Bodenerosionen und Flutkatastrophen – motivierten die chinesische Regierung, sich an den international anerkannten Grundsätzen für nachhaltige Waldbewirtschaftung zu orientieren. Jedoch entsprechen diesem politischen Willen weder die forstpolitischen und -betrieblichen Instrumente noch die heimischen Fähigkeiten und Ressourcen. Aus dieser Schwäche ergibt sich eine mangelnde Ausrichtung auf die nachhaltige Waldsektorentwicklung und auch auf übergeordnete Themen wie den Klimaschutz. Zudem bringt das weitreichende negative sozioökonomische Folgen wie die Verstärkung der Armut mit sich.

Ziel

Die chinesische Waldpolitik verfügt über die erforderlichen Mittel zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung gemäß international vereinbarten Standards.

Vorgehensweise

Das Konzept nachhaltige Waldbewirtschaftung wird in drei Provinzen getestet. Hierbei werden in sechs Modellen die Waldressourcen (Holz, Kohlenstoff, Wasser, Biodiversität) einschließlich der Nutzungsrechte der Anrainer erfasst und in Forstbetriebsplänen dokumentiert. Wo Nutzungskonflikte dies nicht erlauben, erstellt das Projekt Stufenpläne („roadmaps“), um solche Barrieren schrittweise zu überwinden. Die Waldbesitzer verabschieden diese Pläne auf Basis unabhängiger Gutachten. Die Resultate dieser Prozesse werden durch paritätisch besetzte Gremien in die nationale Normsetzung eingespeist, um stabile Wälder als Beitrag zum globalen Umweltschutz zu schaffen. Fachveranstaltungen besonders im Bereich Kleinprivatwald sollen die Mittler für einen gesellschaftlich ausgewogenen Umgang mit Wäldern qualifizieren.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

„Das Projekt hat Grundlagen zur Sicherung von Wald als Kohlenstoffsenke gelegt“ – so die chinesische Umweltbörse. In den drei Modellprovinzen haben sich folgende Veränderungen ergeben:

  • Die Provinz Hainan nutzt den Betriebsplan, um Monokulturen in stabile Mischwälder zu überführen. Der Staatsbetrieb (125 Quadratkilometer) besitzt ein nachprüfbares Einkommen und fördert den Tourismus durch das Angebot naturnaher Erholung.
  • Die Provinz Fujian nutzt den erarbeiteten Stufenplan für die Konfliktbeilegung. Der Privatbetrieb (190 Quadratkilometer) verfügt über ein normiertes Verfahren, um die Interessen zwischen Verpächter und Pächter (Kollektivbauer – Unternehmer) sozialverträglich auszuhandeln.
  • Die Provinz Hunan beschloss, die Anrainer beim Management des Modellgebiets (50 Quadratkilometer) auf Basis des neuen Betriebsplans zur Einkommenssicherung zu beteiligen.

Die Forstverwaltungen nutzen diese Erfahrungen, um die Waldreform in den drei Modellprovinzen schrittweise auszudehnen, im Staats- und Kollektivwald auf rund zwei beziehungsweise acht Millionen Hektar.

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Weiterführende Informationen


Ansprechpartner


Herr Bernhard von der Heyde
E-Mail: bernhard.heyde@giz.de