Förderung der regionalen Wirtschaftskooperation

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der regionalen Wirtschaftskooperation in Zentralasien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan
Politischer Träger: Ministerien für: Industrie und Handel, Kasachstan; Wirtschaft und Antimonopolpolitik, Kirgisistan; Wirtschaftliche Entwicklung und Handel, Tadschikistan; Außenwirtschaftsbeziehungen, Investitionen und Handel, Usbekistan
Gesamtlaufzeit: 2005 bis 2014

Ausgangssituation

Zentralasien. Zwei Männer begrüßen sich auf einem Markt zwischen dem üppigen Angebot der Marktstände. © GIZ

Die wirtschaftliche Modernisierung sowie der inter- und intraregionale Handel werden in Zentralasien durch inadäquate Rahmenbedingungen erschwert. Zollprozeduren, Qualitätsstandards sowie die Handels- und Wirtschaftsgesetzgebung entsprechen nicht den internationalen Anforderungen. Der unterschiedlich stark ausgeprägte Protektionismus, mit dem die Länder Zentralasiens versuchen, ihre eigene Wirtschaft zu schützen, steht der Nutzung von wechselseitigen Handelsvorteilen entgegen. Damit bleibt das Potenzial der inländischen Unternehmen, insbesondere kleiner und mittlerer Exportunternehmen, gebunden.

Ziel

Die Strukturen für die regionale und internationale wirtschaftliche Kooperation und den Handel zwischen den zentralasiatischen Staaten Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben berät die Ministerien in Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan zu Handelsthemen. Dabei werden gleichermaßen administrative wie technische Handelshemmnisse behandelt und der regionale Austausch gefördert. Zollprozeduren werden ebenso analysiert wie die Umstellung von der alten GOST-Struktur (Gossudarstwenny Standart – staatlicher Standard für Russland und GUS-Staaten) zu einer auf modernen internationalen Standards (ISO – International Organization for Standardization) beruhenden Qualitätsinfrastruktur.

Unterstützend werden Studien zur Kosten-Nutzen-Abschätzung angefertigt. Lokale und internationale Experten erarbeiten zusammen Lösungen, die an die Situation der Länder angepasst sind. Beispielhaft ist dabei die Übertragung international nachahmenswerter Modelle wie Single-Window-Systeme und One-Stop-Shops als handelsfördernde Maßnahmen. Mit Blick auf die Umsetzung der technischen Voraussetzungen wird insbesondere die Süd-Süd-Kooperation unterstützt. Die GIZ fördert die Organisationsentwicklung der Institutionen der nationalen Qualitätsinfrastruktur, von der Akkreditierung bis zur Zertifizierung. Die Partner werden umfassend geschult, von Englischkursen bis zu Business-Model-Trainings. Den Partnern wird die Bedeutung technischer Standards für Produzenten, Konsumenten und die Umwelt aufgezeigt.

Weiterhin berät das Programm lokale Unternehmen, die Qualitätsmanagementsysteme wie Kaizen oder Lean Production einführen, um ihre internationale Konkurrenzfähigkeit zu verbessern. Ein wesentlicher Teil der Interventionen besteht in der Ausbildung lokaler Berater, um die Dienstleistungen in Qualitätsmanagementberatung auf dem lokalen Markt zugänglich zu machen und die Nachhaltigkeit der Ergebnisse sicherzustellen.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die Arbeitsgruppen in Kirgisistan und Tadschikistan haben wesentliche Handelshemmnisse ermittelt und entsprechende Beschlussvorlagen zur Umsetzung vorbereitet. Elektronische Single-Window-Systeme, um den Handel zu fördern, sind in Kirgisistan und Tadschikistan in der Umsetzung. Kasachstan hat ausreichende Finanzierung für die Umsetzung zugesagt.

Im Bereich der Qualitätsinfrastruktur hat die kasachische Akkreditierungsstelle das MRA-Abkommen (Mutual Recognition Agreement) mit der International Laboratory Accreditation Cooperation (ILAC) unterzeichnet. Ein entsprechendes Abkommen mit der kirgisischen Akkreditierungsstelle wird derzeit durch die ILAC geprüft. In Tadschikistan hat die Regierung ein Reformprogramm zur Entwicklung der Qualitätsinfrastruktur verabschiedet. Fast 50 lokale Qualitätsmanagement-Berater wurden zertifiziert, die Hälfte von ihnen arbeitet aktiv mit Privatunternehmen in Zentralasien zusammen.

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Weiterführende Informationen


Ansprechpartner


Samira Abbu
E-Mail: samira.abbu@giz.de