Stärkung kommunaler Strukturen – Maghreb
Projektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Stärkung kommunaler Strukturen – Maghreb
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Algerien, Marokko, Tunesien
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2014
Ausgangssituation
In den Maghrebländern Algerien, Marokko und Tunesien leben etwa 60 Prozent der Menschen in Städten. Deren Bevölkerung verdoppelt sich bei jährlichen Wachstumsraten von etwa 3 Prozent und mehr in etwa 30 Jahren. In den großen Städten konzentrieren sich Armut, Wohnungsnot und Umweltrisiken. Gleichzeitig liegen dort aber auch Potenziale für Klimaschutz und Nachhaltigkeit, die nicht nur auf lokaler Ebene eine wichtige Rolle spielen, sondern von nationaler und internationaler Bedeutung sind. Städte sind aber auch Katalysatoren für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung. Bürger und Wirtschaft brauchen kompetente und dienstleistungsorientierte Verwaltungen. Die internationale Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die Stärkung von Kommunen.
Regierungen haben daher ein Interesse daran, Kommunen als aktive Gestaltungskräfte an nationalen und regionalen Entwicklungsdialogen zu beteiligen. Die Regierungen Algeriens, Marokkos und Tunesiens wissen, dass kommunale Entwicklung für die Landesentwicklung und für die Annäherung an die EU gleich bedeutsam ist. Aufgrund ähnlicher Probleme und Rahmenbedingungen können Kommunen im Maghreb mehr Gestaltungskraft für lokale Entwicklung entfalten, wenn sie voneinander lernen.
Ziel
Kommunen, Verbände und Organisationen der Zivilgesellschaft in Algerien, Marokko und Tunesien stehen durch ein regionales Netzwerk in einem qualifizierten Dialog über Schlüsselthemen der nachhaltigen Stadtentwicklung. Sie verfügen über Methoden bürgerorientierter Gestaltung der Stadtentwicklung und Praktiken guter kommunaler Regierungsführung.
Vorgehensweise
Trotz ähnlicher Entwicklungstrends und Herausforderungen für die Kommunen in der Region hat sich bisher kein strukturierter regionaler Erfahrungsaustausch entwickelt. Chancen für eine bessere Gestaltung lokaler Entwicklungsprozesse gehen dadurch verloren.
Das Programm zur Stärkung kommunaler Strukturen im Maghreb fördert deshalb eine Vernetzung von Städten in Algerien, Marokko und Tunesien. Durch länderübergreifenden Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer lernen Kommunen voneinander und gestalten aktiv nationale und regionale Entwicklungsdialoge. Die Breitenwirksamkeit innovativer Lösungen und nachahmenswerter Beispiele wird dadurch erhöht, Kompetenzen und Leistungsfähigkeit des städtischen Managements gefördert.
Interessierte Akteure, Städte, Kommunalverbände und Nichtregierungsorganisationen der drei Länder sind eingeladen, am Lerndialog teilzunehmen, ihre Erfahrungen einzubringen und vom Wissenstransfer zu profitieren. Der Austausch wird, je nach Möglichkeit länderübergreifend oder in einzelnen Ländern, im Rahmen thematischer Foren, Workshops und Studienreisen organisiert. Dadurch generiertes Wissen wird aufbereitet und auf der Webseite des Programms veröffentlicht.
Zehn ausgewählte Städte, die den Kern des Netzwerks bilden, erhalten gezielte Fach- und Prozessberatung sowie Finanzierungsbeiträge für besonders innovative Stadtentwicklungsprojekte sowie Unterstützung bei der Einwerbung von Drittmitteln. Das Programm fördert außerdem Projektpartnerschaften zwischen maghrebinischen Städten und europäischen, insbesondere deutschen Kommunen. Der Zugang zu deutschem Kommunalwissen ist den maghrebinischen Städten aufgrund der langen Tradition kommunaler Selbstverwaltung besonders wichtig. So organisiert das Vorhaben im Juni 2010 eine Studienreise zu Kernthemen der kommunalen Selbstverwaltung und Stadtentwicklung in Deutschland, die für die Länder in ihrem aktuellen Kommunalkontext relevant sind. Die Teilnehmer sind Entscheider und Multiplikatoren in den nationalen kommunalpolitischen (Reform-) Dialogen. Es wird erwartet, dass sie Beispiele und Denkanstöße in die kommunalpolitischen Entwicklungsprozesse ihrer Länder zurücktragen.
Weiterführende Informationen
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Lokale Website des Projekts
Coopération des Villes et des Municipalités – CoMun
http://www.co-mun.net