KMU-Förderung und lokale Wirtschaftsentwicklung in Nordafghanistan

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zur KMU-Förderung und lokalen Wirtschaftsentwicklung in Nordafghanistan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Ministerium für Handel und Industrie (MoCI)
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2010 (perspektivisch bis 2013)

Ausgangssituation

Frauen in einer Ausbildung für Lederverarbeitung in Mazar. © GTZ

Im Norden von Afghanistan hat sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt: Neue Bewässerungssysteme wurden gebaut, Obst- und Fruchtgärten wurden angelegt, die Infrastruktur wurde stark verbessert, die Finanzmärkte sind mit der Eröffnung von Bankfilialen stark gewachsen.

Der landwirtschaftlich starke Norden hat jedoch noch immer eine vernachlässigte Infrastruktur und ein unterdurchschnittliches Dienstleistungsangebot. Dies bremst die Entwicklung in der Region gewaltig, wobei von Mazar-e-Scharif bis Feizabad ein deutliches Gefälle zu erkennen ist: Mazar boomt, Feizabad ist noch nicht in eine Entwicklungsphase getreten.

Ziel

Rahmenbedingungen und Förderstrukturen für die Entwicklung von privaten Unternehmen in den nördlichen Provinzen Balkh, Kunduz, Taqar und Badakhshan sind verbessert.

Vorgehensweise

Tomatenpüree-Produktion am Programmstandort in Kunduz. © GTZ

Die GIZ setzt im Auftrag des BMZ das Programm um. Es gehört zum Schwerpunkt „Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung“. Das „Programm für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung Kabul“ gehört ebenfalls zu diesem Schwerpunkt.

Das Programm umfasst drei Komponenten.

  • Allianzen mit verschiedenen Partnern werden geschlossen, um Investitionen zu planen und auszulösen.
  • Unternehmer werden im Management, in der Businessplanerstellung und zu beruflich-technischen Themen geschult und beraten.
  • Wertschöpfungsketten werden gefördert. Beispielweise werden bei Trockenfrüchten, Leder, Teppichen und Halbedelsteinen die Produktionsketten angeschaut und Engpässe ausgemacht. Das Programm entwickelt dann, in Zusammenarbeit mit den beteiligten Unternehmern, Konzepte um diese Engpässe zu überwinden.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Zwei von vier Provinzregierungen äußern sich positiv zu einem regionalen Wirtschaftsförderungsrat in der jeweiligen Provinz.

Die Handelskammern sind erstmals in den vier Provinzen aktiv.

In Kunduz ist auf Initiative der Regierung eine Geschäftsfrauenorganisation entstanden.

In der Provinz Kunduz sind eine Tomatenmarkverarbeitungswerkstätte (Verkauf im ersten Jahr: 20 Tonnen) und ein Schlachthof eingerichtet worden.

Über 500 Unternehmer haben an einem fachlichen Fortbildungskurs teilgenommen.

In Mazar und Imam Sahib sind Märkte nur für weibliche Anbieter entstanden.

Kurzdokumentation des BMZ zur Förderung von Sicherheit und Frieden in Afghanistan

Der Film zeigt als Beispiel aus der Praxis, wie die Entwicklungszusammenarbeit dazu beiträgt, Stabilität und Sicherheit in Afghanistan zu fördern. Er ist ein Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm „Für das Leben von morgen“ und kann über den I-Punkt bestellt werden.

Bitte installieren Sie den Flashplayer, um sich Film anzusehen.


Ansprechpartner


Frau Dr. Susanne Geipert
E-Mail: susanne.geipert@giz.de