Umweltfonds Libanon
Projektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Umweltfonds Libanon
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Libanon
Politischer Träger: Rat für Entwicklung und Wiederaufbau (CDR) in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium (MoE)
Gesamtlaufzeit: 2007 bis 2013
Ausgangssituation
Die Kriegshandlungen im Libanon im Juli 2006 haben zum Teil gravierende Umweltschäden verursacht und die libanesische Wirtschaft erheblich geschwächt. Zu den Schäden zählen unter anderem die Ölverschmutzung an den Küsten, Waldschäden, die Zerstörung von Gebäuden und Infrastruktur sowie nicht explodierte Streubomben. Studien belegen, dass die Kriegshandlungen zudem zu einer Verschärfung chronischer Umweltprobleme beim Abfall- und Abwassermanagement, bei Wasser- und Luftverschmutzung sowie zu Bodendegradation geführt haben. Umfangreiche Wiederaufbaumaßnahmen von Gebäuden und Infrastruktur erhöhen zusätzlich den Druck auf die Umwelt und die natürlichen Ressourcen. Neben diesen Umweltwirkungen hat der Krieg zu einer Rezession geführt, die alle Wirtschaftssektoren betrifft und die angespannte wirtschaftliche Lage, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), weiter verschlechtert.
Ziel
Umweltrisiken und wirtschaftliche Auswirkungen von Kriegsschäden sind reduziert.
Vorgehensweise
Der Umweltfonds stellt dem libanesischen Rat für Entwicklung und Wiederaufbau (Council for Development and Reconstruction – CDR) örtliche Zuschüsse zur Verfügung, mit denen kleinere Einzelmaßnahmen zum umweltgerechten Wiederaufbau schnell und unbürokratisch umgesetzt werden können. Nach Möglichkeit sollen diese Maßnahmen gleichzeitig die wirtschaftliche Lage von KMU verbessern und zu nachhaltigen Verbesserungen des Umweltmanagements führen.
Technische Beratung sowie Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Empfänger der Zuschüsse sollen den ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen der Investitionen vergrößern. Begleitmaßnahmen fördern Leistungsfähigkeit und Kompetenzen in der nationalen Planung und die Einhaltung von Verfahren im Umweltsektor.
GFA Consulting Group GmbH, Hamburg, führt das Projekt im Auftrag der GIZ durch und arbeitet mit der libanesischen Firma ELARD s.a.r.l. (Earth Link and Advanced Resources Development) zusammen. Sie unterstützen den Rat für Entwicklung und Wiederaufbau bei der Auswahl, Planung und Durchführung der Maßnahmen. Ein Lenkungsausschuss, in dem wichtige nationale Interessengruppen vertreten sind, steuert das Projekt auf nationaler Seite.
Strategische Partnerschaften, unter anderem mit Ministerien, Umwelt-Nichtregierungsorganisationen und Vertretern des Privatsektors, wurden geknüpft. Eine Zusammenarbeit mit Maßnahmen anderer Geber sowie mit mehreren Projekten wurde vereinbart. Ein Wirkungsmonitoring wurde eingerichtet.
Wirkung – Was bisher erreicht wurde
In zwei Ausschreibungsrunden, orientiert an nationalen Prioritäten, wurden mehr als fünf Millionen Euro lokale Zuschüsse und Mittel aus Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft kontraktiert. Die vom Lenkungsausschuss bestätigten Vergabekriterien des Umweltfonds sowie Antragsformulare, Bewertungskriterien und Hinweise für die Antragsteller wurden auf der Website des Projekts veröffentlicht.
Zentrale Themen der ersten Ausschreibung (2008-2010) waren:
- Maßnahmen zur Reduzierung von durch Krieg verursachten Umweltrisiken
- Umweltinvestitionen mit positiven ökonomischen Effekten für KMU
88 Projektanträge wurden von Institutionen und Organisationen im Einklang mit den Bedingungen der Finanzierung des Fonds eingereicht. Der Lenkungsausschuss wählte davon 18 Maßnahmen aus, deren Umsetzung zum allergrößten Teil Ende 2011 abgeschlossen war. Beispiele sind die Unterstützung des Biosphärenreservats Shouf und die Rehabilitierung des Abfallwirtschaftssystems in Aytaroun.
Zentrale Themen der zweiten Ausschreibung (2010-2013) sind:
- Umweltinterventionen mit Einkommenseffekt im Bereich Anpassung an den Klimawandel in Nordlibanon
- Reduzierung von Industrieabwasserverschmutzung durch saubere Produktionsprozesse in Privatfirmen in Kesrwan, dem Litani-Becken und Nordlibanon
Aus 51 eingereichten Projektanträgen der zweiten Runde wählte der Lenkungsausschuss 15 Maßnahmen aus. Beispiele sind Tröpfchenbewässerung und biologische Schädlingskontrolle in Bcharri sowie Abwasserbehandlung in Einzelfirmen verschiedener Industriezweige. Alle Maßnahmen werden voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2013 abgeschlossen sein.
Seit Januar 2012 wird auf Anfrage der nationalen Partner, CDR und Umweltministerium, das Lebanon Pollution Abatement Project (LEPAP) durch technische Expertise unterstützt. Das Projekt zur Emissionsbekämpfung arbeitet an der Reduzierung von Industrieabwasser- und Luftverschmutzung. Angelehnt an diese Maßnahmen erstellte der Umweltfonds ein Grundsatzpapier (Industrial Waste Water Management and Compliance Policy Paper).
Alle Maßnahmen wurden und werden bei technischer Umsetzung, administrativer Abwicklung und Monitoring intensiv betreut, sowie auf verschiedenen Plattformen, wie der Website des Projekts, in Zeitungsartikeln und Umweltforen, medienwirksam dargestellt.
Weiterführende Informationen
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Lokale Website des Projekts
http://www.efl.cdr.gov.lb