Klimawandel in der pazifischen Inselregion
Projektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Klimawandel in der pazifischen Inselregion
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Pazifische Inselregion: Föderierte Staaten von Mikronesien, Fidschi, Kiribati, Marshallinseln, Nauru, Palau, Papua-Neuguinea, Samoa, Salomonen, Tonga, Tuvalu, Vanuatu
Politischer Träger: Secretariat of the Pacific Community (SPC)
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2015
Ausgangssituation
Die pazifischen Inselstaaten sind besonders anfällig für die negativen Auswirkungen des Klimawandels. Bereits heute leiden die Bewohner vieler Inseln unter extremen Wetterereignissen wie Wirbelstürmen und Überschwemmungen, der Erosion der Küsten und, insbesondere auf Atollen, unter Wasserknappheit. Der prognostizierte Meeresspiegelanstieg, die Zunahme von starken Wirbelstürmen, veränderte Niederschlagsmuster und steigende Temperaturen werden diese Umweltrisiken in den nächsten Jahrzehnten verstärken. Die Mehrheit der Bewohner ist für ihren Lebensunterhalt auf die natürlichen Ressourcen aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei angewiesen, die von den Auswirkungen des Klimawandels in Mitleidenschaft gezogen werden.
Die Menschen sind auf den kommenden Klimawandel noch nicht genügend vorbereitet. Es fehlen Kenntnisse, verlässliche Daten und Anpassungsstrategien, wie alternative Methoden für Land- und Forstwirtschaft. Die Auswirkungen des Klimawandels und mögliche Anpassungsstrategien sind zudem noch nicht Bestandteil politischer Rahmenbedingungen und Regelwerke.
Ziel
Kompetenzen und Leistungsfähigkeit der lokalen Bevölkerung sowie nationaler Regierungsstellen und Regionalorganisationen sind gestärkt, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen und seine Ursachen zu mindern.
Vorgehensweise
Das Programm unterstützt die Regionalorganisationen Secretariat of the Pacific Community (SPC), das Secretariat of the Pacific Regional Environmental Programme (SPREP) sowie die Melanesian Spearhead Group (MSG) dabei, ihre Informationsangebote, Beratungsleistungen und Fortbildungen zum Thema Klimawandel zu verbessern.
Die Regierungen der Inselstaaten werden bei der Erstellung von Strategien beraten, die die wichtigsten Wirtschaftsbereiche auf die erwarteten Klimaereignisse vorbereiten. Da sich der Klimawandel auf fast alle Sektoren wie Landwirtschaft, Tourismus und Fischerei auswirkt, werden vorhandene Entwicklungspläne und politische Richtlinien auf ihre Klimafestigkeit überprüft und entsprechend angepasst.
Das Programm konzentriert sich dabei auf natürliche Ressourcen auf dem Land und in den Küstengewässern sowie auf Tourismus und Ausbildung. Zur Minderung von Treibhausgasen wird eine nachhaltige Energieversorgung gefördert. In Fidschi unterstützt das Programm die Akteure beim Schutz der Wälder; die Finanzierung der Schutzmaßnahmen wird durch den Verkauf von CO2-Zertifikaten sichergestellt.
In allen Projektländern werden Maßnahmen auch in Pilotprojekten auf Gemeindeebene umgesetzt.
Wirkung – Was bisher erreicht wurde
In Pilotprojekten in Tonga, Fidschi, Vanuatu, Papua Neu Guinea und Yap werden mit Bewohnern ländlicher Gemeinden Klimaanpassungsmaßnahmen in Land- und Forstwirtschaft und in der Fischerei erprobt, in Fidschi werden in Gemeinden REDD+-Maßnahmen getestet.
In der Provinz Choiseul in den Salomonen wird derzeit ein multisektoraler Ridge-to-Reef-Ansatz zur Klimaanpassung erprobt, unter anderen zusammen mit dem Secretariat of the Pacific Community (SPC) sowie UNDP, AUSAID und USAID, der Provinzregierung und den salomonischen Fachministerien. Eine Studie für die gesamte Provinz wurde gerade abgeschlossen.
In Tonga, Fidschi und Vanuatu wurden Klimaanpassungsansätze in nationale Strategien integriert. Fidschis Kabinett verabschiedete 2012 eine nationale Klimaanpassungspolitik. In Vanuatu werden Energieeffizienzmaßnahmen für Regierungsgebäude entwickelt und in Nauru und Vanuatu die „Energy Roadmaps“ unterstützt. Für Tonga beschreibt eine Studie die Nutzung von Windenergie. Klimafragen sind in die Curricula der Lehrerausbildung in mehreren pazifischen Inselstaaten integriert.
Teams des Secretariat of the Pacific Community integrieren Klimawandel als Querschnittsthema in ihre Arbeit. Klimawandel wird in verschiedenen Foren und Netzwerken zentral debattiert, beispielsweise bei den Treffen der Direktoren der Forstbehörden der pazifischen Inselregion und in regelmäßigen Newslettern. Die Bibliothek und Informationsmanager stellen internen und externen Interessenten Wissen zu Themen bereit, die mit dem Klimawandel in Beziehung stehen.
Mit Unterstützung des Programms entwickeln die Regionalorganisationen ein regionales Klimaportal, das den pazifischen Inselstaaten als Forum dienen und Ihnen gleichzeitig Informationen für den Umgang mit dem Klimawandel liefern soll.
Weiterführende Informationen
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Regionalorganisation Secretariat of the Pacific Community (SPC)
http://www.spc.int/... -
Klimawandel-Portal des pazifischen Umweltprogramms South Pacific Regional Environment Programme (SPREP)
http://www.sprep.org/climate_change/... -
FAO über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernährungssicherheit in der pazifischen Inselregion
http://www.fao.org/climatechange/...