Umsetzung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Umsetzung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) in Tunesien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tunesien
Politischer Träger: Ministère de l'Agriculture et de l'Environnement
Gesamtlaufzeit: 2006 bis 2011

Ausgangssituation

Der weltweite Klimawandel wird auch in Tunesien einschneidende Auswirkungen haben. Das Land ist konfrontiert mit Temperaturextremen in den Sommermonaten, Niederschlagsrückgängen und vermehrten extremen Trockenheits- und Feuchtperioden. Wasser wird in Tunesien schon heute übernutzt. Durch den Klimawandel wird die Wasserverfügbarkeit regional massiv gefährdet sein. Direkte Auswirkungen, wie Bodenerosion und der Rückgang landwirtschaftlicher Produktion treffen volkswirtschaftlich wichtige Sektoren und gefährden menschliche Lebensräume und zahlreiche Ökosysteme.

Tunesien hat sowohl die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change – UNFCCC) als auch das Kyoto-Protokoll ratifiziert. Allerdings fehlen im Land Kenntnisse sowie institutionelle und fachliche Voraussetzungen, um nötige Maßnahmen zu ergreifen und auf die Bedrohungen des Klimawandels effektiv reagieren und die Möglichkeiten des Kyoto-Protokolls nutzen zu können.

Ziel

Die tunesische Gesellschaft und ihre Institutionen sind in besonders betroffenen Sektoren auf den Umgang mit dem Klimawandel vorbereitet. Maßnahmen zur Minderung der vom Menschen verursachten Treibhausgase werden unterstützt. Dazu wird vor allem der Finanzierungsmechanismus Clean Development Mechanism (CDM) genutzt.

Vorgehensweise

Das Projekt konzentriert seine Beratung auf die Themen Anpassung, Minderung und Synergien. Es unterstützt Entscheidungsträger, Fach- und Führungskräfte auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene bei der Umsetzung der Klimarahmenkonvention, indem es sie

  • fachlich und methodisch bei der Umsetzung der Klimarahmenkonvention unterstützt,
  • zu den Schwerpunkten Anpassung an den Klimawandel sowie Minderung von Treibhausgasen berät und dazu, wie die Themen Desertifikationsbekämpfung, Biodiversität und Klimaschutz bei der Entwicklungsplanung berücksichtigt werden können,
  • bei Aushandlungsprozessen nationaler Strategien zur Anpassung an den Klimawandel sowie deren Umsetzung begleitet,
  • bei Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildungen und Diskussionsforen unterstützt,
  • durch Fortbildungen und Teilnahme an internationalen Konferenzen fördert.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Ministerien, staatliche und nichtstaatliche Instanzen innerhalb der besonders gefährdeten Sektoren Landwirtschaft, Wasser, Gesundheit und Tourismus sind sich der Folgen des Klimawandels bewusst und kommunizieren dies in der Öffentlichkeit.

Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in den Sektoren Landwirtschaft, Wasser und Gesundheit sind auf politischer Ebene als Priorität Tunesiens verankert.

Die Partnerinstitutionen haben einen großen Kompetenzzuwachs erreicht, um die Potenziale des CDM-Mechanismus nutzen zu können sowie Anpassungsstrategien zu erarbeiten und umzusetzen. Auf dem internationalen CDM-Markt wird Tunesien zunehmend als interessanter und kompetenter Partner wahrgenommen.

Zu den wichtigsten Anpassungsmaßnahmen wurden Investitionsprojekte formuliert.

Ein Frühwarnsystem für Überschwemmungen und Hitzewellen wurde aufgebaut.

Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasen wurden begonnen: durch die Einführung erneuerbarer Energien, durch Energie sparen, Verbesserung der Abfallwirtschaft und Nutzung von Biogas.

Tunesien. Wasser wird für Mensch und Tier knapper. Nomaden an einem Brunnen im Süden des Landes. ©GTZ

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Weiterführende Informationen


Ansprechpartner


Herr Anselm Duchrow
E-Mail: anselm.duchrow@giz.de