Modernisierung des moldauischen Agrarsektors

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Modernisierung des moldauischen Agrarsektors
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Republik Moldau
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungsindustrie
Gesamtlaufzeit: 2007 bis 2012

Ausgangssituation

Mitte der 1990erJahre entstanden in der mittlerweile unabhängigen Republik Moldau zahlreiche kleine bäuerliche Familienbetriebe. Die Betriebe hatten ihr Land durch die Aufteilung landwirtschaftlicher Großbetriebe erhalten, die wirtschaftlich nicht mehr am Leben erhalten werden konnten. Die meisten neuen Landeigentümer haben jedoch keine ausreichenden Kenntnisse, um ihren Kleinbetrieb unter privatwirtschaftlichen Bedingungen erfolgreich zu führen. Erschwerend kommt hinzu, dass im ländlichen Raum kaum neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft entstehen. Zusammen mit anderen Faktoren führt dies zu einer ausgeprägten Abwanderung (Landflucht), vor allem der jüngeren Bevölkerung, in die Hauptstadt Chisinau oder ins Ausland.

Ziel

Bäuerliche Familienbetriebe in zwei Landkreisen wenden moderne Methoden im Obst- und Gemüsebau an und erzielen damit ausreichende Einkommen. Das Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungsindustrie verbessert die politischen Rahmenbedingungen.

Vorgehensweise

Das Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungsindustrie wird dabei unterstützt, durch eine moderne Gesetzgebung die politischen Rahmenbedingungen auch für Familienbetriebe zu verbessern und durch eine EU-Harmonisierung die Exportmöglichkeiten für landwirtschaftliche Produkte zu verbessern.

Bäuerliche Familienbetriebe werden durch verschiedene Beratungsmaßnahmen und kleine Investitionszuschüsse unterstützt, um so das Bewusstsein dafür zu stärken, dass auch Kleinbetriebe bei entsprechender Wirtschaftsweise ein ausreichendes Einkommen erzielen können und gute Entwicklungschancen haben.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Ein modernes Saatgutgesetz wurde vom Parlament verabschiedet. Mehr als vierzig Direktiven wurden an EU-Recht angepasst.

In vielen Dörfern sind neue Vollerwerbsbetriebe entstanden, die sowohl die Märkte der Kreisstadt und der Hauptstadt Chisinau beliefern als auch Frischwaren exportieren. In einfachen Gewächshäusern werden bis zu drei Ernten pro Jahr erzielt. Außerdem beschäftigen die größeren Betriebe während der Saison Fremdarbeitskräfte und tragen damit zu einer wirtschaftlichen Belebung der ländlichen Gemeinden bei. Außerdem ist es gelungen, die Bauern für einen informellen Erfahrungsaustausch untereinander zu motivieren, was die überbetriebliche Zusammenarbeit und eine bessere Interessenvertretung mittelfristig stärken wird.


Ansprechpartner


Christoph Weber
E-Mail: christoph.weber@giz.de