Förderung von ländlichen Mikrofinanzdienstleistungen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung von ländlichen Mikrofinanzdienstleistungen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Laos
Politischer Träger: Laotische Zentralbank (Bank of the Lao PDR)
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2014

Ausgangssituation

Der Finanzsektor in Laos ist wenig entwickelt. Die Kapitalisierung ist schwach, das Know-how und die Produktvielfalt sind gering. Mit weniger als zwei Bankfilialen pro 100.000 Einwohner rangiert Laos weltweit auf den hintersten Plätzen bei der Versorgung der Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen. Das betrifft besonders die schwer zugänglichen ländlichen Gebiete, in denen 80 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes leben. Die Menschen haben kaum eine Möglichkeit, Kredite für Investitionen oder zur Überbrückung von Notlagen zu erhalten. Die Zentralbank steht vor der Herausforderung, regulative Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines gesunden Mikrofinanzsektors zu schaffen und diesen zu überwachen.

Ziel

Die Zentralbank hat personell und institutionell ihre Fähigkeiten verbessert, den Mikrofinanzbereich zu regulieren und zu überwachen. Dorfbankenverbände können ihren Mitgliedern kundengerechte Dienstleistungen anbieten. Die Dorfbanken sind dafür ausgerüstet, nachhaltig Mikrofinanzdienstleistungen zu erbringen. Für die Bevölkerung sowie für Kleinst- und Kleinunternehmen im ländlichen Raum hat sich der Zugang zu Finanzdienstleistungen insgesamt verbessert.

Vorgehensweise

Auf der nationalen Ebene wird die Zentralbank dabei unterstützt, günstige Rahmenbedingungen für die Ausweitung des Finanzdienstleistungsangebots für arme Menschen zu schaffen. Dabei werden die bisherigen Verfahren und Regularien des Mikrofinanzsektors bewertet und gegebenenfalls angepasst. Internationale Erfahrungen geben die Richtung der Reformen vor. Mitarbeiter der Zentralbank in der Abteilung zur Überwachung von Finanzinstitutionen werden in Buchhaltung und in speziellen Überwachungstechniken für den Mikrofinanzsektor geschult.

Auf der lokalen Ebene stärkt das Programm Dorfbanken und ihre Verbände in vier Provinzen des Landes. Mitarbeiter der Verbände erhalten Trainings in Bereichen wie Kreditmanagement, interne Kontrolle und Ersparnismobilisierung. Das Projekt unterstützt die Verbände durch gezielte, zeitlich begrenzte Kapitalzuschüsse. Sie decken einen Teil der Verwaltungskosten und werden als Kredite an Dorfbanken weiterverliehen, in denen die Kreditnachfrage die Ersparnisse der Mitglieder übersteigt. Die Verbände werden schrittweise selbstständig, sie sollen in wenigen Jahren finanziell unabhängige Institutionen sein.

Der Beitrag der GIZ zu diesem Programm wird durch Beiträge weiterer Institutionen der internationalen Zusammenarbeit Deutschlands ergänzt. So plant die KfW Entwicklungsbank, den Ausbau des Mikrofinanzgeschäfts einer laotischen Bank zu unterstützen. Außerdem bestehen Anknüpfungspunkte zu Aktivitäten der deutschen Sparkassenstiftung und des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisen-Verbandes (DGRV).

In der Provinz Savannaketh beteiligt sich die Bergbaugesellschaft Minerals and Metal Group über eine Kombifinanzierung am Aufbau und an der Stärkung von Dorfbanken und eines Dorfbankenverbands.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Durch die Trainingsmaßnahmen sind die Verbandsmitarbeiter in der Lage, ihre Aufgaben effizienter und effektiver auszuführen. Das stärkt die Verbände als kompetente Dienstleister für die Dorfbanken.

269 vom Projekt geförderte Dorfbanken bieten Finanzdienstleistungen für mehr als 20.000 Familien an – das sind 60 Prozent mehr als zu Beginn des Programms im Juni 2009. In über 17.000 Fällen sind Frauen zeichnungsberechtigt für das Konto. Die damit verbundene Verantwortung der Frauen stärkt ihre Stellung bei wirtschaftlichen Entscheidungen, kommt aber auch den Familien zugute, da Frauen traditionell für das Wohl der Familie verantwortlich sind. Die Höhe des Gesamtkreditportfolios stieg seit Projektbeginn um mehr als die Hälfte auf umgerechnet über 900.000 Euro. Die Höhe der Spareinlagen verdreifachte sich auf rund 800.000 Euro. Die Bevölkerung schätzt die Dorfbanken sehr. Deren Dienstleistungen genießen eine hohe Popularität.

Die in den Dorfbanken aufgenommenen Mikrokredite werden hauptsächlich für produktive Zwecke und Notfälle verwendet – sei es, um Viehzucht zu betreiben oder Arztrechnungen zu bezahlen. Sie ermöglichen die Sicherung und Steigerung des Einkommens oder helfen, Einkommensverluste und Kosten durch Krankheiten oder Unfälle abzufedern. Damit trägt das Projekt wesentlich zur sozialen Absicherung der ländlichen Bevölkerung bei.

Weiterführende Informationen


Ansprechpartner


Bernward Rohmann
E-Mail: bernward.rohmann @giz.de