Clean Development Mechanism, Joint Implementation-Initiative Brasilien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Clean Development Mechanism, Joint Implementation-Initiative Brasilien
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Brasilianisches Umweltministerium (MMA), Brasilianischer Industriedachverband (CNI)
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2010

Ausgangssituation

Brasilien verfügt über ein großes Marktpotenzial für Projekte im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM) und kann damit ein strategischer Partner Deutschlands im internationalen Klimaschutz werden. CDM ist ein im Kyoto-Protokoll vorgesehener Mechanismus, der es Industrieländern ermöglicht, durch Einkauf von Emissionszertifikaten beziehungsweise Direktinvestition in Projekte in sogenannten Nicht-Annex 1-Ländern wie Brasilien ihre vertraglich festgelegten Reduktionsziele zu erreichen. Gleichzeitig wird den Ländern, die nicht zur Reduktion von Treibhausgasemissionen verpflichtet sind, ein Anreiz gegeben, ihre Emissionen zu verringern und ein besserer Zugang zu innovativen Technologien ermöglicht.

Das in Brasilien vorhandene CDM-Potenzial wird bisher nur wenig ausgeschöpft. Der brasilianische Industriedachverband CNI (Confederação Nacional da Indústria) versucht dem durch gezielte Informationsvermittlung entgegen zu wirken. Die brasilianische Regierung fördert wiederum den nationalen wie internationalen Dialog zum Thema Klimaschutz.

Eine der großen Herausforderungen ist das Zusammenfinden von brasilianischen Firmen, die Emissionszertifikate anbieten können und deutschen Firmen, die Zugang zu Emissionsgutschriften suchen. Der Anteil deutscher Partnerschaften am CDM-Markt Brasiliens beträgt bisher nur rund 2 Prozent.

Ziel

Der Clean Development Mechanism (CDM) wird in Brasilien stärker genutzt.

Vorgehensweise

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat so genannte BMU-CDM-Units in Indien, Brasilien und der MENA-Region eingesetzt, bei denen die GTZ die operative Projektträgerschaft vor Ort übernimmt.

Das Vorhaben umfasst folgende Maßnahmen:

  • Orientierung für deutsche Unternehmen;
  • Aufbau einer Projektpipeline, die deutschen Unternehmen und dem KfW-Klimaschutzfonds zugänglich gemacht werden;
  • "Match making" zwischen deutschen und brasilianischen Unternehmen;
  • Unterstützung des Technologietransfers, u.a. durch PPP-Ansätze;
  • Entwicklung innovativer CDM-Ansätze (z.B. neue programmatische Ansätze);
  • Fortbildung von Schlüsselakteuren zur Stärkung des CDM-Marktes in Brasilien (gemeinsam mit der CNI).

Der Zertifikatehandel zwischen deutschen Unternehmen und den brasilianischen Partnern wird durch Vermittlungsarbeit zwischen Projekteigner und Käufer der Zertifikate gefördert. Dafür werden auch Entwicklungspartnerschaften mit der deutschen Wirtschaft (Public-Private-Partnership - PPP) aufgebaut sowie Netzwerke geschaffen und gestärkt.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

  • Die deutschen Unternehmen, die Reduktionspflichten unterliegen, haben eine verbesserte Einschätzung der Geschäftspotenziale im brasilianischen CDM-Markt.
  • Mehr als 20 Geschäftsanbahnungen zwischen deutschen und brasilianischen Unternehmen.
  • Entscheidungsträger in wichtigen Industriesektoren konnten über die Zusammenarbeit mit der CNI erreicht werden. Die CNI verbucht seitdem einen erhöhten Beratungsbedarf der brasilianischen Industrie zum Thema CDM.


Ansprechpartner


Dr. Dirk Aßmann, Programmleiter Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, GIZ Brasilien
E-Mail: giz-brasilien@giz.de