Capacity Development für den Straßensektor

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Auf- und Ausbau von Kapazitäten des Verkehrssubsektors Straße, Liberia
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Liberia
Politischer Träger: Ministry of Planning and Economic Affairs
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2014

Ausgangssituation

Liberias Verkehrsinfrastruktur ist als Folge der kriegerischen Konflikte und unterbliebener Instandhaltung, Rehabilitation und Neubaumaßnahmen schwer beschädigt. Noch ist das Straßennetz weit davon entfernt, allwettertauglich zu sein. Dadurch wird eine wirtschaftliche Weiterentwicklung gebremst, die aber notwendig ist, wenn die Regierung Liberia bis 2030 wieder zu einem afrikanischen Land mit mittlerem Einkommen machen will. Die beiden Ministerien im Verkehrssektor haben begonnen, Straßenbauaufträge an die Privatwirtschaft zu vergeben; eine Reform des Sektors mit der Gründung einer Road Authority und eines Road Fund ist geplant. Noch sind die Planungskompetenzen im öffentlichen Sektor und auch die Leistungen der liberianischen Bauunternehmen unzureichend. Es fehlen moderne gesetzliche Rahmenbedingungen und organisatorische Voraussetzungen für eine effiziente Entwicklung des Verkehrs- und insbesondere des Straßensektors sowie die dazugehörigen Kompetenzen.

Ziel

Rechtliche, institutionelle und personelle Kompetenzen und Ressourcen für eine erhöhte Leistungsfähigkeit im Straßensektor sind verbessert.

Vorgehensweise

Die Unterstützung der GIZ umfasst folgende Bereiche:

  • Beratung für die Umsetzung eines Verkehrsmasterplans und moderner Straßenverkehrspolitik
  • Beratung für die Umsetzung eines Straßenerhaltungssystems
  • Beratung zum Dialog zwischen öffentlichem und privatem Sektor und zur Privatwirtschaftsentwicklung mittels des sogenannten German Desk an der nationalen Handelskammer
  • Personalentwicklung und -training zur Qualifizierung einheimischer Fachkräfte
  • Gefördert werden Beratung, Aus- und Fortbildung, Finanzierungsbeiträge für den liberianischen Senior Executive Service (SES), der liberianische Experten zeitlich begrenzt in der öffentlichen Verwaltung einsetzt, sowie örtliche Zuschüsse.

Das Vorhaben wird unter anderem gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen GOPA Consultants umgesetzt.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Ende 2009 wurde die vom Verkehrsministerium erarbeitete Verkehrspolitik vom Kabinett verabschiedet. Ein Umsetzungsausschuss hat Anfang 2011 die Arbeit aufgenommen. Die Entwicklung eines nationalen Verkehrsmasterplans konnte erreicht werden, der, nach Kommentierung durch alle relevanten internationalen Geber, durch das Kabinett im Mai 2012  verabschiedet worden ist. Darüber hinaus wurden Daten des nationalen Verkehrszensus 2009 und 2010 und zum Zustand von etwa 2.200 Straßenkilometern erhoben und zusammengestellt.

Durch die Beratung des Vorhabens konnten sowohl die Entwicklung von Finanzbedarf, Zeitplanung und Priorisierung der Straßenunterhaltung als auch die Personal- und Organisationsentwicklung in den beiden Ministerien des Verkehrssektors und im Privatsektor vorangetrieben werden (beispielsweise administrative Aufgaben sowie Fortbildung von Fach- und Führungskräften der Mitglieder eines liberianischen Bauunternehmerverbands). Zwischen dem liberianischen und dem namibischen Ministry of Public Works wurde ein Informationsaustausch über Straßeninstandsetzung und Institutionenreform initiiert, um vom Aufbau der Road Authority und des Road Funds in Namibia zu lernen und Erfahrungen auszutauschen.

Die erste dezentrale Führerscheinstelle außerhalb der Hauptstadt wurde im Mai 2011 vom liberianischen Verkehrsminister und von Bundesentwicklungsminister Niebel gemeinsam eröffnet. Im Rahmen der Kooperation mit dem Privatsektor sind erste Dialoge initiiert worden; der sogenannte German Desk an der nationalen Handelskammer hat 2011 seine Arbeit aufgenommen.

Liberia. Sicherheitstraining mit kommerziellen Motorradfahrern in Zwedru . © GIZ

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Ansprechpartner


Claudia Hermes
E-Mail: claudia.hermes@giz.de