Nachhaltiges Management von Industrie- und Gewerbegebieten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltiges Management von Industrie- und Gewerbegebieten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tunesien
Politischer Träger: Ministère de l‘Industrie et de la Technologie (MIT)
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2014

Ausgangssituation

Tunesien. Industriezone in Borj Cedria © GIZ

Für die tunesische Wirtschaft sind Industrie- und Gewerbegebiete von großer Bedeutung. Zum Teil bestehen allerdings erhebliche Infrastruktur- und Managementprobleme. Sie beeinträchtigen sowohl Privatinvestitionen als auch das Engagement der Unternehmen in den auf Selbstverwaltung basierenden Managementsystemen (Groupement de Maintenance et de Gestion – GMG). Zudem kommt es zu beträchtlichen Umweltproblemen bei der Entsorgung von Haushalts- und Sonderabfällen sowie durch die ineffiziente Nutzung von Energie und Rohstoffen. Das existierende Managementsystem durch Selbstverwaltung (GMG) ist derzeit nur in wenigen Industrie- und Gewerbegebieten so leistungsfähig, die Instandhaltung der Infrastruktur und Dienstleistungen zu gewährleisten. Von den 158 Industriezonen des Landes haben nur etwa 15 ein funktionsfähiges Management.

Ziel

Das Management der Industriezonen ist hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung der Zonen verbessert.

Vorgehensweise

Strategie des Vorhabens ist es, die Attraktivität der Managementsysteme durch Selbstverwaltung (GMG) für Unternehmer zu erhöhen, GMG-Neugründungen zu erreichen und die Funktionsfähigkeit bestehender und neuer GMG unter anderem durch innovative Dienstleistungen zu erhöhen. Eine wichtige Rolle hat die Verbesserung der Kooperation zwischen GMG und Unternehmern, GMG und Akteuren auf Kommunal- und Provinzebene, zwischen verschiedenen Industriezonen sowie Institutionen auf nationaler Ebene. Maßnahmen des Projekts beziehen sich auf die industriellen Zentren im gesamten Land.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

  • In zehn Industriezonen, mit zehn über das Trainingsprogramm GEDZI (Gestion Durable des Zones Industrielles) ausgebildeten Industriezonenmanagern, wurden 123 Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt und dokumentiert.
  • Neun Industriezonen haben erstmalig Direktoren eingestellt.
  • Die Beratung von Unternehmen führte zu neun GMG-Neugründungen.
  • In fünf Industriezonen werden derzeit neue Dienstleistungszentren unter Berücksichtigung von Energieeffizienz- und Umweltaspekten geplant.
  • Erstmals wurde eine statistische Bestandsaufnahme tunesischer Industriegebiete durchgeführt. Erfasst wurden angebotene Dienstleistungen, Infrastruktur sowie die Zufriedenheit mit den GMG und staatlichen Einrichtungen.
  • Ein neugegründetes Netzwerk funktionierender GMG hat seine Arbeit aufgenommen.
  • Die Gründung eines Vereins von GMG wurde beantragt.
  • Der Informationsaustausch zwischen Unternehmen, GMG und Institutionen ist erheblich intensivier und führte zur Umsetzung von Lösungsansätzen wie der Rehabilitierung der Industriezone Sidi Salem.
  • Politisches Interesse wurde geweckt. Vier Gouverneure engagieren sich aktiv für Gründungen von GMG.

Angesichts des Stillstands der letzten zwanzig Jahre ist es bemerkenswert, dass die Kommunikation zwischen den Managementsystemen durch Selbstverwaltung (GMG) und den Ministerien wieder in Gang gesetzt werden konnte. Alle Akteure betonen, dass durch das Projekt das Thema Industriezonenmanagement von Öffentlichkeit und Politik wieder verstärkt wahrgenommen wird. Die Anzahl der Veranstaltungen mit Industriezonenmanagern unter Beteiligung von Vertretern nationalstaatlicher Institutionen sowie zahlreiche Internet- und Presseartikel sind Belege dafür.

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Weiterführende Informationen


Ansprechpartner


Herr Guntram Glasbrenner
E-Mail: guntram.glasbrenner@giz.de