Entwicklungspartnerschaft mit der Wirtschaft in Ghana und Côte d‘Ivoire

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Mars Partnership for African Cocoa Communities of Tomorrow – iMPACT
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ghana
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2011

Ausgangssituation

Ghana. Getrocknete Kakaobohnen werden von Hand sortiert. © GTZ

Ghana liefert etwa ein Viertel der Welternte an Kakao. Der Kakaoanbau, der in Westafrika vor etwa 100 Jahren durch die Kolonialmächte eingeführt worden ist, wird in Ghana fast ausschließlich von Kleinbauern betrieben, auf einer durchschnittlichen Betriebsfläche von etwa zwei Hektar. Der Kakaosektor ist geprägt von niedriger Produktivität, in Verbindung mit abnehmender Bodenfruchtbarkeit, zum Teil nicht angepassten Produktionsmethoden, geringer Diversifizierung, schwankenden Weltmarktpreisen, geringen Einkommen und mangelnder sozialer Infrastruktur. Etwa 80 Prozent der Einkommen in den Kakaoregionen werden aus dem Verkauf der Kakaobohnen erzielt.

Große Herausforderungen sind der Zugang zu qualifizierter Bildung, sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen sowie Bedrohungen durch Krankheiten wie HIV/Aids, Malaria, Tuberkulose und andere. Auswirkungen dieser Lebensbedingungen sind eine geringe Alphabetisierungsrate, unzulängliche Arbeitsbedingungen, einschließlich Kinderarbeit, sowie unzureichende, eiweißarme Ernährung.

Mars Inc., einer der weltweit größten Süßwarenhersteller, will die Lebensbedingungen der Kakaobauern in den Produktionsgebieten nachhaltig verbessern. Das Unternehmen hat deshalb iMPACT (Mars Partnership for African Cocoa Communities of Tomorrow) ins Leben gerufen und ist eine Entwicklungspartnerschaft mit verschiedenen Organisationen eingegangen. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ die Maßnahme personell und finanziell.

Ziel

Der Kakaosektor in Ghana und Côte d’Ivoire ist ein nachhaltig profitabler, sozial- und umweltverträglicher Wirtschaftssektor.

Vorgehensweise

Ghana. Ernte der Kakaofrüchte mit einem scharfen Messer oder einer Machete.© GTZ

Das Projekt schult Kakaobauern in neunzehn ghanaischen und sieben ivorischen Dörfern im nachhaltigen Umgang mit Landwirtschaft, Umwelt, Bildung und Gesundheit.

Die Bauern werden von Anfang an in die Planung der Maßnahmen einbezogen. Sie erstellen Dorf-Aktionspläne und legen ihre Prioritäten für die Entwicklungsmaßnahmen selber fest. Die Dorfgemeinschaften investieren Zeit, Arbeit und auch Geld aus ihrem im Rahmen der Maßnahme verbesserten Einkommen, iMPACT stellt Ausbildung, Sachgüter, Logistik, Planung und Managementkenntnisse zur Verfügung.

Die iMPACT-Partner führen folgende Maßnahmen durch:

  • Die Dorfgemeinschaften werden dabei unterstützt, ihre eigenen Entwicklungsziele zu definieren, daraus Dorf-Aktionspläne zu entwickeln und in Zusammenarbeit mit Regierungsstellen und iMPACT-Partnern umzusetzen.
  • Einführung der Farmer Field School (FFS), um lokale Berater und Bauern in nachhaltigen landwirtschaftlichen Methoden auszubilden
  • Professionalisierung und Stärkung der Fähigkeiten und des Serviceangebots lokaler Dienstleister
  • Unterstützung der Bauern bei der Diversifizierung ihrer landwirtschaftlichen Produktion sowie Ausbildung lokaler Dienstleister zur Verbesserung ihres Angebots an Nichtkakao-Produkten
  • Verbesserung der Finanzmanagementkenntnisse der Bauern (Farming als Business) durch Einführung der Farmer Business School (FBS) sowie des Zugangs zu Finanzdienstleistungen
  • Unterstützung der Dorfgemeinschaften bei der Erarbeitung von nachhaltigen Landnutzungsplänen
  • Einführung von Alphabetisierungsprogrammen für Schüler, Jugendliche und Erwachsene; Verbesserung der Schulausstattung und Unterstützung der Bildung von Elternvertretungen
  • Sensibilisierung der Dorfgemeinschaften zu Gesundheitsthemen wie HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria
  • Die strategische Allianz legt besonderen Wert auf die Abschaffung der Kinderarbeit in allen iMPACT-Dorfgemeinschaften. Die Dorfgemeinschaften werden dabei unterstützt, Maßnahmen zu ermitteln und anzuwenden, um ausbeuterische Kinderarbeit abzuschaffen.

iMPACT führt alle Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Ministerien sowie der Privatwirtschaft durch und fördert dadurch Kompetenzen, Ressourcen und Leistungsfähigkeit (Capacity Development) nicht nur in den Dorfgemeinschaften, sondern auch im öffentlichen und privaten Sektor. Die Nachhaltigkeit der Maßnahmen wird so gewährleistet.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Mehr als 70 Prozent der Kleinbauern in den 26 unterstützten Dörfern haben begonnen, nachhaltige Anbaumethoden einzuführen, wie etwa die Pflanzung verbesserter Sorten, die Pflanzung von Schattenbäumen und integrierten Pflanzenschutz. Hierdurch wird die Kakaoproduktion und infolgedessen das Einkommen der Bauern gesteigert, die Qualität verbessert und gleichzeitig die Umwelt geschont.

Die Mobilisierung der Dorfgemeinschaften, ihre eigene Entwicklung voranzutreiben, eine deutliche Abnahme der Kinderarbeit, bessere Bildungsangebote sowie ein verbessertes Nahrungsmittelangebot sind Zeichen der positiven Wirkung der Maßnahmen. Fast alle Haushalte verwenden inzwischen Moskitonetze und 75 Prozent folgen den Empfehlungen zur Vorbeugung gegen HIV/Aids.

Aktivitäten, die in jüngster Zeit begonnen wurden, sind die Förderung alternative Einkommensquellen, wie etwa die Zucht von Grasnagern als Fleischlieferanten, semi-intensive Hühnerhaltung, Chilipfefferanbau und Bienenhaltung. Weiterhin wurde mit der Ausbildung von Ausbildern (Train the Trainer – TOT) und Bauern in der Farmer Business School (FBS) begonnen. Das FBS-Konzept wurde von der GIZ im Rahmen des Cocoa Livelihoods Programms (CLP) entwickelt. iMPACT und CLP arbeiten bei der Umsetzung eng zusammen.

Ghana. Nach der Ernte werden die Früchte aufgeschlagen und die Kakaobohnen entfernt. © GTZ


Ansprechpartner


Ellen Kallinowsky
E-Mail: ellen.kallinowsky@giz.de