Schutz und nachhaltiges Management von Indianergebieten in Amazonien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und nachhaltiges Management von Indianergebieten in Amazonien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Fundação Nacional do Índio (FUNAI)
Gesamtlaufzeit: 2007 bis 2013

Ausgangssituation

Ein Fünftel des brasilianischen Amazonaswaldes, mehr als 1 Million Quadratkilometer, das sind etwa 22 Prozent der Gesamtfläche Amazoniens, sind ausgewiesene Indianergebiete. Gegenwärtig sind diese eine der wichtigsten Barrieren gegen die Entwaldung in Amazonien und tragen signifikant und flächenwirksam zu Tropenwaldschutz und Biodiversitätserhalt bei. Die Indianergebiete tragen zudem der Umsetzung des Rechts indigener Völker auf eine selbstbestimmte Entwicklung Rechnung.

Im Rahmen des Pilotprogramms zur Bewahrung der brasilianischen Regenwälder hat die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die rechtliche Absicherung von 115 Indianergebieten unterstützt und etwa 130 Kleinprojekte indigener Völker gefördert. Sie dienen dem aktiven Schutz dieser Gebiete, der Kulturförderung, der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung und der Organisationsentwicklung.

Das Ende des Demarkierungsprozesses ist absehbar. Damit stehen sowohl die indigenen Völker und ihre Organisationen als auch Behörden und Nichtregierungsorganisationen vor einer Neuordnung der brasilianischen Indianerpolitik. Die großen Herausforderungen der Post-Demarkierungsphase sind der Schutz der Indianergebiete gegen „Invasoren“ sowie das selbstbestimmte Management zum eigenen Nutzen durch die Bewohner. Die Sicherung der Lebensgrundlagen indigener Völker ist abhängig von einer wirksamen Indigenenpolitik zum Schutz und Management von Indianergebieten sowie von der Beteiligung indigener Völker und ihrer Organisationen an den Entscheidungsprozessen.

Ziel

Staatliche Stellen sowie Indianer- und Nichtregierungsorganisationen unterstützen die indigene Bevölkerung beim effektiven Schutz und dem nachhaltige Management der Indianergebiete. Die indigene Bevölkerung beteiligt sich aktiv an der Gestaltung der sie betreffenden Entwicklungsprozesse.

Vorgehensweise

Partner des Vorhabens sind, neben der brasilianischen Indianerbehörde (Fundação Nacional do Índio – FUNAI), das Umweltministerium (Ministério do Meio Ambiente – MMA) und der Dachverband der indigenen Organisationen des brasilianischen Amazonasgebiets (Coordenação das Organizações Indígenas da Amazônia Brasileira – COIAB).

Der methodische Ansatz des Vorhabens berücksichtigt die besonderen Herausforderungen der brasilianischen Indigenenpolitik, die hinsichtlich Schutz und Management der Indianergebiete noch große rechtliche, institutionelle und methodische Defizite aufweist.

Das Vorhaben konzentriert sich auf die Unterstützung von strategischen Veränderungsinitiativen zum Schutz und/oder Management von Indianergebieten auf nationaler und regionaler Ebene. Desweiteren werden ausgewählte lokale Aktivitäten in den Kernregionen sowie Trainings- und Organisationsentwicklungsmaßnahmen durchgeführt.

Beratungen werden zu folgenden Themen geleistet:

  • Stärkung der Institutionen und der Zusammenarbeit zwischen allen Stakeholdern
  • Verbesserung staatlicher Dienstleistungen zum Schutz und Management von Indianergebieten
  • Beteiligungsmechanismen für indigene Völker und ihre Organisationen

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wurden in Amazonien 115 Indianergebiete mit einer Fläche von rund 44 Millionen Hektar ausgewiesen Die indigenen Gemeinschaften sind bei der Demarkierung der Gebiete direkt beteiligt.

Eine interministerielle Arbeitsgruppe des Umweltministeriums, der Indianerbehörde und indigener Vertreter wurde im Erstellungsprozess der nationalen Politik für Umwelt- und Landmanagement in Indianergebieten beraten. Vorliegende Erfahrungen wurden dazu systematisiert und Dialogforen zwischen staatlichen Stellen und indigenen Organisationen gefördert. Die neue Politik ist der zukünftige Orientierungsrahmen für Schutz, Management und Nutzung der natürlichen Ressourcen in Indianergebieten.

Zum Schutz von Indianergebieten wurde eine Ranking-Methode entwickelt, mit der die Bedrohungen der einzelnen Indianergebiete in einem vergleichbaren Maßstab klassifiziert werden können. Damit ist der Grundstein für eine Reglementierung der zukünftigen Mittelzuweisungen für Schutzmaßnahmen der Indianergebiete gelegt, an der sich kommende Maßnahmen und Projekte ausrichten können.

Weiterführende Informationen


Ansprechpartner


Frau Katrin Marggraff
E-Mail: katrin.marggraff@giz.de