Klimaschutz durch Walderhalt

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Klimaschutz durch Walderhalt
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Finanzier: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Laos
Politischer Träger: Ministry of Agriculture and Forestry (MAF), Department of Forestry (DOF)
Partner: Ministry of Agriculture and Forestry (MAF), Department of Forestry (DOF)
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2012

Ausgangssituation

Wälder sind bedeutende Kohlenstoffspeicher. Weltweit werden jährlich etwa 13 Millionen Hektar Wald zerstört. Da die Wälder meist abgebrannt werden, wird gleichzeitig eine große Menge an Treibhausgasen freigesetzt. Wird die Zerstörung und Degradierung des Waldes verhindert, kann ein bedeutender Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und somit zum Klimaschutz geleistet werden.

Der noch erhaltene Naturwald in Laos ist stark gefährdet, was die einzigartige Artenvielfalt, die Verfügbarkeit von Waldprodukten für die Bevölkerung und Umweltleistungen wie Kohlenstoffspeicherung aus dem Wald verringert. Das ist vor allem für die ärmsten Gesellschaftsgruppen von Nachteil, deren Lebensunterhalt von intakten Wäldern abhängt.

Während das Bewusstsein für die Notwendigkeit raschen Handelns wächst, sind Akteure auf nationaler und lokaler Ebene derzeit noch nicht in der Lage, die internationalen Ansätze zum Wald-, Biodiversitäts- und Klimaschutz zu nutzen. Für die Planung und Umsetzung relevanter Strategien, insbesondere die Integration von Waldschutz in die Klimarahmenkonvention (REDD+), fehlen die entsprechenden Rahmenbedingungen.

Ziel

Auf Mittlerebene sind die notwendigen politischen und institutionellen Rahmenbedingungen und erste Umsetzungsstrategien für einen effektiven Waldschutz unter Berücksichtigung der internationalen REDD+-Diskussion geschaffen. Neben einem Beitrag zum Klima- und Biodiversitätsschutz sind auch die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung verbessert.

Vorgehensweise

Auf nationaler Ebene unterstützt das Vorhaben die Entwicklung von Strategien im Bereich Wald- und Klimaschutz sowie Armutsbekämpfung. Auf lokaler Ebene berät das Vorhaben die lokalen Partner anhand von Pilotmaßnahmen zu REDD+ in den Schutzgebieten Nam Phui und Nam Et Pou Loy. Dabei werden lokale Forstbehörden zu REDD+-Maßnahmen geschult, um daraufhin Entwicklungs- oder Landnutzungspläne unter Berücksichtigung der mit der Dorfbevölkerung partizipativ durchgeführten dörflichen Landnutzungsplanung (PLUP) anzupassen. Zusätzlich wird die ländliche Bevölkerung in den Prozess einbezogen, indem mit der Schutzgebietsverwaltung Waldschutzverträge mit REDD+-Anreizkomponenten abgeschlossen werden. Das Kooperationsvorhaben mit der KfW Entwicklungsbank wirkt zusammen mit anderen Gebern und Organisationen. Durch die Aufstellung nationaler Regeln soll den Anforderungen der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt gefolgt und Investitionen, auch aus dem Privatsektor, in REDD+ ermöglicht werden.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Nach dem ersten Implementierungsjahr wurde mit Unterstützung des Vorhabens der Prozess der REDD+-Antragstellung (Readiness Preparation Proposal – R-PP) bei der Weltbank abgeschlossen und im ersten Durchgang akzeptiert. Mithilfe der GIZ erstellte nationale Richtlinien zu PLUP wurden in einigen Dörfern im Bereich des Nam-Phui-Schutzgebiets die Landnutzungsplanung bereits umgesetzt.

Der neue Fünfjahresplan des Land- und Forstwirtschaftsministeriums bezieht den Privatsektor in REDD+ durch Foreign Direct Investment (FDI) ein.

Eine Machbarkeitsstudie zum REDD+-Prozess in Nam Phui und Nam Et Pou Loy und eine Studie zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für Kohlenstoffinvestitionen ermöglichen erste konkrete Diskussionen zur Umsetzung des REDD+-Konzepts mit allen beteiligten Akteuren und der laotischen Regierung.


Ansprechpartner


Georg Buchholz
E-Mail: georg.buchholz@giz.de