Beratung bei der Energieeffizienz
Projektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Beratung bei der Energieeffizienz, Serbien: Energieeffizienz in Haushalten und Gebäuden
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Republik Serbien
Politischer Träger: Ministerium für Bergbau und Energie der Republik Serbien
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2013
Ausgangssituation
Im August 2004 wurde das serbische Energiegesetz beschlossen, das die Angleichung an die einschlägigen EU-Richtlinien und den Übergang zu einem marktorientierten Energiesystem vorsieht. Es legt die Richtung der Energiepolitik in Serbien fest und wird durch eine detaillierte Energiestrategie (2005) ergänzt. Die erforderlichen Verordnungen und Regularien zur Umsetzung des Gesetzes in den einzelnen Wirtschaftssektoren fehlen jedoch.
Viele Wohnungen heizen und erzeugen Warmwasser mit Strom, der energetisch ungünstigsten und teuersten Variante zur Wärmeerzeugung. Fernwärmeversorgte Gebäude und Wohnungen haben zumeist keine Wärmezähler. Die Energiedienstleistung wird folglich pauschal nach der Wohnfläche verrechnet. Oft ist die Heiztechnik veraltet und Kesselanlagen sind überdimensioniert, was sehr hohe Verbräuche verursacht. Beim Wärmeschutz der Gebäude ist die Situation ähnlich. Wärmeisolierung und der Einbau von Wärmeschutzfenstern wird nur vereinzelt vorgenommen.
Den Haushalten fehlen Informationen über Möglichkeiten, ihren Energieverbrauch zu senken. Es gibt keine öffentlichen Anreize zur Förderung eines effizienteren Energieverbrauchs.
Ziel
Gesetze und Verordnungen zur Energieeffizienz in Gebäuden und für Haushaltsgeräte sind ausgearbeitet. Handlungsanleitungen zeigen Energieeffizienzpotenziale auf.
Vorgehensweise
Das Projekt unterstützt Ministerien bei der Erstellung der rechtlichen Grundlagen für die Umsetzung von Energieeffizienzpotenzialen. Die Umsetzung der Grundlagen wird durch die frühzeitige Einbindung von Berufsverbänden und Institutionen eingeleitet.
Berücksichtigt werden die spezifischen Anforderungen und aktuellen Möglichkeiten für Energieeffizienz der serbischen Energiepolitik und des Markts. Die Vorschläge für rechtliche Initiativen setzten bei der serbischen Politik zur Energie und Wirtschaftsförderung an. Richtungsweisend ist insbesondere die Politik der EU-Annäherung bei Gebäuden und Haushaltsgeräten.
Das größte Hemmnis für die Umsetzung von Energieeffizienz sind oft nicht die ungenügenden rechtlichen oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Meistens sind vielen Akteuren wie Gemeinden, Hauseigentümern und Firmen die Möglichkeiten, Effizienzpotenziale zu nutzen, nicht bewusst. Eine eigene Position und Handlungsspielräume sind unbekannt. Über das notwendige Umfeld und mögliche Partner gibt es kaum Kenntnisse. Besonders Gemeinden sind finanziell und inhaltlich überfordert.
Die Beratung des Projekts berücksichtigt die politischen, organisatorischen und rechtlichen Gegebenheiten und Aktivitäten von Regierung und Institutionen. Alle Aktivitäten werden von den beteiligten Organisationen, Institutionen und Ministerien selbst durchgeführt und geleitet.
Wirkung – Was bisher erreicht wurde
Die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Umsetzung von Energieeffizienz in Gebäuden und von Haushaltsgeräten sind verbessert.
Instrumente zur Planung und Entwicklung von Energieeffizienz in Gebäuden sowie Regularien für öffentliche Auftragsvergabe und die Auszeichnung von elektrischen Gebrauchsgeräten sind geschaffen.
Energieeffizienz wird als wirtschaftlich attraktive Tätigkeit erkannt.
Ein Netzwerk aus Organisationen und Institutionen entwickelt das Thema Energieeffizienz nach entsprechender Organisationsberatung und Instrumentenvermittlung kontinuierlich fort.