Berufsorientierung an Sekundarschulen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Berufsorientierung an Sekundarschulen in Serbien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Republik Serbien
Politischer Träger: Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Republik Serbien
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2013

Ausgangssituation

Trotz der erfolgreichen marktwirtschaftlichen Reformen und des Wirtschaftswachstums in den letzten Jahren bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt Serbiens gespannt. Arbeitslosigkeit und unbesetzte Stellen sind Ausdruck eines sogenannten Mismatch zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften. Potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einerseits und Arbeitsplätze andererseits passen nicht mehr zusammen. Gleichzeitig treffen Jugendliche Entscheidungen über ihre berufliche Zukunft ohne ausreichenden Überblick über den sich verändernden Ausbildungs- und Beschäftigungsmarkt und ohne sich ihrer Interessen und Stärken bewusst zu sein.

Eine berufliche Orientierung in der Sekundarstufe I findet in Serbien praktisch nicht statt. Um diese Lücke im Bildungs-und Berufsbildungssystem zu schließen, haben die Ministerien für Bildung und Wissenschaft, für Jugend und Sport und für Wirtschaftliche und Regionale Entwicklung eine Strategie zur Karriereberatung erarbeitet und im März 2010 verabschiedet. Berufsorientierung ist auch ein wesentlicher Bestandteil der bereits früher durch die serbische Regierung erarbeiteten Jugendstrategie und der Strategie für die Entwicklung der beruflichen Bildung.

Ziel

Ein schulisches und außerschulisches System für die Berufsorientierung Jugendlicher an der Schwelle von Sekundarstufe I zu Sekundarstufe II oder zur Beschäftigung ist landesweit eingeführt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt und berät auf nationaler Ebene die Durchführungspartner, das Ministerium für Bildung und Wissenschaft sowie das Ministerium für Jugend und Sport. Es kooperiert mit nationalen Berufsbildungsinstitutionen, mit dem Arbeitsmarktservice und Wirtschaftskammern. Regional und lokal sind Schulen, Jugendbüros und Unternehmen sowie teils auch Nichtregierungsorgansationen die wichtigsten Partner.

Vorgesehen sind:

  • Schulische Maßnahmen:
    • Qualifizierung von Multiplikatoren wie Lehrer, Schulpädagogen und Schulpsychologen
    • Einführung und laufende Verbesserung der 5-Phasen-Methode zur Berufsorientierung im schulischen Bereich; Einführung und Akkreditierung von Unterrichtsmodulen zur Berufsorientierung und Karriereplanung in den Abschlussklassen
    • Aufbau eines Monitoringsystems für die Berufsorientierung im schulischen Bereich
  • Außerschulische Maßnahmen:
    • Qualifizierung von Multiplikatoren in der außerschulischen Jugendarbeit für die handlungsorientierten Trainings zur beruflichen Orientierung nach dem 5-Phasenmodell
    • Unterstützung von Vernetzung und Erfahrungsaustausch aller relevanten lokalen Akteuren der Jugendarbeit einschließlich der Koordinierungsstellen
    • Entwicklung und Akkreditierung von Unterrichtsprogrammen für Jugendleiter und andere Akteure
    • Aufbau eines Monitoringsystems für die außerschulische Berufsorientierung

Der Aufbau eines Berufsorientierungssystems soll Jugendlichen, Mädchen wie Jungen, bessere Kenntnisse ihrer Fähigkeiten, umfassende Berufsinformation und praktische Erfahrungen in ausgewählten Unternehmen bieten. So vorbereitet sollen sie am Übergang von der Sekundarstufe I zur Sekundarstufe II eine qualifiziertere Ausbildungswahl treffen oder die eigene Karriere fundierter planen können. Mögliche Auswirkungen sind geringere Jugendarbeitslosigkeit, steigende Einkommen und damit verringerte Armut.

Weiterführende Informationen


Ansprechpartner


Herr Dr. Martin Welte
E-Mail: martin.welte@giz.de