Wasserversorgung und integrierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Städtische und ländliche Wasserversorgung und integrierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Benin
Politischer Träger: Ministerium für Bergbau, Energie und Wasser
Gesamtlaufzeit: 2004 bis 2015

Ausgangssituation

Frauen beim Pumpen von Wasser mit einer Fußpumpe. © GTZ

Trotz erheblicher Anstrengungen ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser in Benin bei weitem noch nicht gesichert. Lediglich 47 Prozent der ländlichen Bevölkerung hatten Ende 2007 Zugang zu sauberem Trinkwasser. In städtischen Regionen lag dieser Wert bei etwa 53 Prozent. In den größeren Städten wird das Trinkwasser über zentrale Versorgungsnetze der nationalen Wassergesellschaft Société Nationale de l'Eau du Benin (SONEB) bereitgestellt. Auf dem Land geschieht dies entweder durch Brunnen mit Handpumpen oder kleine netzgebundene Versorgungssysteme. Die Bevölkerung ohne Zugang zu solchen Wasserstellen bezieht ihr Wasser vielfach aus offenen Wasserlöchern oder stehenden Gewässern. Das Wasser aus diesen Quellen ist eine häufige Krankheitsursache. Kenntnisse über wasserbedingte Krankheiten und deren Vermeidung sind kaum verbreitet.

Die Sanitärversorgung in Benin ist ebenfalls mangelhaft. Nur 17 Prozent der ländlichen Bevölkerung haben Zugang zu Latrinen, 83 Prozent verfügen über keinerlei Entsorgungseinrichtungen.

Für eine flächendeckende Versorgung besteht weiterhin hoher Investitionsbedarf. Ein Grund dafür ist das hohe Bevölkerungswachstum. Wartungs- und Betriebsprobleme der Wasserversorgungsanlagen erschweren die nachhaltige Nutzung der Infrastruktur.

Die Wasserwirtschaftsverwaltung arbeitet an einer langfristigen Strategie für die Wasserversorgung und Bewirtschaftung der Wasserressourcen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Kommunen, gemäß der Dezentralisierungsgesetzgebung, inzwischen für die Wasser- und Sanitärversorgung verantwortlich sind. Kompetenzen und Leistungsfähigkeit für ein integriertes Management der Ressource Wasser sind insgesamt noch nicht ausreichend.

Ziel

Die Bevölkerung Benins ist besser mit sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen versorgt. Der Anteil der Bevölkerung mit Anschluss an Wasserversorgungseinrichtungen und sanitäre Anlagen steigt bis 2015 deutlich.

Vorgehensweise

Das Programm arbeitet auf drei Ebenen:

  • Die Wasserwirtschaftsverwaltung wird unterstützt, um die Dezentralisierung ihrer Strukturen und den Aufbau der regionalen Kapazitäten organisatorisch und logistisch umzusetzen. Mittelfristig sollen sie so ihrer Regulierungsfunktion gerecht werden können.
  • Die nationale Wassergesellschaft SONEB wird bei der Verbesserung der städtischen Wasserversorgung beraten. Vor allem die regionalen Niederlassungen im Dienste der Kommunen sollen so effizienter arbeiten.
  • Die Kommunen werden bei ihrer neuen Aufgabe der dezentralisierten Wasserversorgung begleitet. Hier konzentriert man sich zunächst auf die Bedarfsplanung und die Sicherstellung von Wartung und Instandhaltung der Anlagen der ländlichen Wasserversorgungssysteme, insbesondere durch die Qualifizierung privater Betreiberstrukturen. Dörfliche Wassernutzgemeinschaften werden darüber hinaus für Managementaufgaben geschult, die Bevölkerung wird mit Kampagnen über Hygieneempfehlungen informiert.

Die Aktivitäten konzentrieren sich auf ausgewählte Sekundärstädte sowie ländliche Gemeinden der Regionen Mono, Couffo, Ouèmè, Plateau, Atakora und Donga.

Die GIZ kooperiert zur Verbesserung der städtischen und ländlichen Wasserversorgung mit verschiedenen Partnern. Die Technische Zusammenarbeit wird durch die Kooperation mit der KfW Entwicklungsbank beim Ausbau der wasserbaulichen Infrastruktur in Städten und ländlichen Regionen unterstützt. Auf Ministerialebene kooperiert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit internationalen Partnern bei Politikberatung, Planung, Monitoring und Evaluierung.


Ansprechpartner


Herr Dr. Norbert Hagen
E-Mail: norbert.hagen@giz.de