Unterstützung der Landreform

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Landreform
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Namibia
Politischer Träger: Ministry of Lands and Resettlement (MLR)
Gesamtlaufzeit: 2003 bis 2014

Ausgangssituation

Namibia. Eine namibische Bäuerin bekommt ihr Landnutzungszertifikat, nachdem ihre Landnutzungsrechte registriert wurden. © GIZ

Zur Unabhängigkeit Namibias 1990 befand sich fast das gesamte kommerzielle Farmland im Besitz der weißen Minderheit, während den benachteiligten schwarzen Bauern lediglich 2,7 Prozent gehörten. Die Besitzverhältnisse kommerzieller Farmen sind nach modernem Recht schriftlich fixiert. Die Nutzungsverhältnisse des kommunalen Landes und die sich häufig überlappenden Landnutzungsrechte sind dagegen meistens nur mündlich vereinbart. Die Regierung des Landes steht vor der Aufgabe, durch eine Landreform das Land gerecht zu verteilen und die Landrechte zu sichern. Ebenso wichtig ist aber auch die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen, um deren Übernutzung zu vermeiden.

Ziel

Namibia verfügt über eine stimmige, alle Interessen einbindende Strategie für die Landreform und setzt diese um. Landnutzungsplanung, Landmanagement sowie das Bewusstsein für eine nachhaltige Landnutzung bei der Bevölkerung und den Mitarbeitern der verantwortlichen Institutionen sind gewährleistet.

Vorgehensweise

Mit dem Vorhaben "Unterstützung der Landreform" unterstützt die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Aufbau von Management-, Planungs- und Mediationsfähigkeiten bei den staatlichen Behörden, bei Landwirtschaftsverbänden und anderen Organisationen sowie der lokalen Bevölkerung. Es wurde eine umfassende Strategie entwickelt, die einen ausgewogenen und gerechteren Zugang zu Land in Namibia ermöglicht. Im Zentrum des Vorhabens stehen, neben der Implementierung dieser Strategie und dem intensiven Dialog aller von der Landreform betroffenen Gruppen,

  • die Registrierung von Landnutzungsrechten in kommunalen Gebieten mit gezieltem Augenmerk auf verbesserten Zugang zu Land von Frauen,
  • die Unterstützung der Communal Land Boards bei der Lösung von Landkonflikten,
  • die gezielte Qualifizierung von bis zu 3.500 kommunalen Farmern und bis zu 1.500 umgesiedelten Farmern,
  • die partizipative Erstellung von Integrierten Regionalen Landnutzungsplänen (IRLUP) als Planungsgrundlage für ländliche Investitionen der Sektorministerien,
  • der Aufbau eines datenbankgestützen Systems für Monitoring und Evaluation.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Ein Team namibischer und internationaler Landexperten hat eine umfassende Strategie für die Bodenpolitik entwickelt. Die kommunalen Landausschüsse sind in der Lage, Grundstücke zu registrieren und Konflikte zu schlichten. Sie kennen die Gesetzeslage und achten auf die nachhaltige Nutzung des Landes durch die Bevölkerung. Ende 2011 waren etwa 60.000 kommunale Landnutzungsrechte registriert. Offizielle Landnutzungszertifikate sichern die Besitzverhältnisse und garantieren den Eigentümern eine hohe Investitionssicherheit. Eine verbesserte Rechtssicherheit und gesicherter Zugang zu Land gelten insbesondere für Frauen und marginalisierte Bevölkerungsgruppen.

Rund 7 Millionen Hektar kommerzielles Farmland wurden bis Ende 2011 an landlose und zuvor benachteiligte namibische Bürger umverteilt. Damit haben bislang 21 Prozent des kommerziellen Farmlandes den Besitzer gewechselt, das entspricht rund 40 Prozent des selbstgesteckten Ziels der namibischen Regierung, bis 2020 insgesamt 15 Millionen Hektar umzuverteilen. In einem Mentorenprogramm haben erfahrene kommerzielle Farmer ihr Wissen an 2.500 Neueigentümer weitergegeben, die nun schrittweise ihre Produktivität steigern können.

Die ersten Integrierten Regionalen Landnutzungspläne wurden im Süden des Landes erstellt und befinden sich in der Implementierungsphase. Dadurch wurde ein breiter Dialog angestoßen, der der Notwendigkeit einer verstärkten Kooperation zwischen Bevölkerung und Regierung Rechnung trägt, so dass zukünftige Nutzungskonflikte minimiert werden können.

Namibia. Mitarbeiter des Landministeriums verifizieren Parzellen in kommunalen Gebieten. © GIZ


Ansprechpartner


Martina Roemer
E-Mail: martina.roemer@giz.de