Zugang zu Recht für Frauen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Zugang zu Recht für Frauen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kambodscha
Politischer Träger: Ministry of Women’s Affairs (Frauenministerium Kambodscha)
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2016

Ausgangssituation

Kambodscha. Aufklärungsmaterial zum Thema Gewalt gegen Frauen. © GTZ.

Obwohl das Rechtssystem in Kambodscha formell eingerichtet und die Gleichberechtigung der Geschlechter gesetzlich garantiert ist, gewährt der Staat Frauen und Mädchen nur selten gerichtlichen Schutz, wenn sie von Gewalt betroffen sind. Besonders auf kommunaler Ebene müssen sie allein mit den Folgen häuslicher, geschlechtsbezogener oder sexueller Gewalt zurechtkommen.

Das Angebot an kostenloser oder kostengünstiger Rechtsberatung und sozialen Dienstleistungen ist unzureichend, vor allem für Frauen auf dem Land. Die unmittelbaren Nachbarn im Dorf grenzen vergewaltigte Frauen aus, stigmatisieren und isolieren sie. Ortsvorsteher verhandeln mit den Tätern und den Familien der Frauen. Den Frauen wird Geld oder die Heirat des Vergewaltigers angeboten. Um Strafanzeige zu erstatten, fehlt oft das nötige Wissen. Die Gerichte arbeiten langsam.

Ziel

Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind, nehmen zunehmend effektiven Rechtsschutz und entsprechende soziale Dienstleistungen in Anspruch.

Vorgehensweise

Das Projekt setzt bei den Wirkungen des Vorgängerprojekts Förderung der Frauenrechte in Kambodscha an. Es ist sowohl in der Politikberatung des Frauenministeriums als auch bei der Umsetzung in den Provinzen tätig. Dort wollen Beamtinnen des Frauenministeriums lernen, Gewaltopfern zuzuhören und sie bei der Suche nach adäquater rechtlicher oder sozialer Hilfe zu unterstützen.

Das Projekt unterstützt Nichtregierungsorganisationen (NRO), die Frauen und Mädchen kostenlose Rechtshilfe und soziale Dienstleistungen gewähren. Der NRO-Fonds wird durch das Frauenministerium und das Vorhaben gemeinsam gesteuert. Die Erfahrungen des Projektteams werden zur Professionalisierung einzelner Berufsgruppen, wie Richter, Polizisten, Journalisten und Lehrer, genutzt und weiter ausgebaut. Das Vorhaben wird vor allem die Justizpolizei des Frauenministeriums durch bedarfsgerechte Trainings stärken. In Ergänzung dazu arbeitet das Projekt gemeinsam mit dem Frauenministerium daran, Konzepte zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung weiterzuentwickeln, zum Beispiel für Jugendliche (Young People’s Toolkit), durch Materialien, die Verhaltensänderung von Männern unterstützen und Medienkampagnen.

Das Projekt wird von der Agencia Española de Cooperación Internacional Para el Desarrollo (AECID) kofinanziert.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

In den beiden Zielprovinzen Siem Reap und Kampong Thom nehmen Frauen speziell für sie entwickelte Angebote in Anspruch. Sie nutzen Frauenhäuser und psychologische Beratung. Mehr Frauen, die Gewalt erfahren haben, erstatten mit Hilfe von Rechtsanwälten Anzeige. Mehr Verfahren laufen bis zu einem Gerichtsurteil. Die Anzahl der ausgebildeten, vom Staat ernannten Justizpolizistinnen ist gestiegen. Die Datensammlung über Vorkommnisse von häuslicher Gewalt und Vergewaltigungen wird derzeit gemeinsam mit dem Frauenministerium verbessert. Am Ende des Projektes sollen das Frauenministerium und nachgeordnete Behörden wirksam und nachhaltig zum Schutz von Frauen und Mädchen beitragen, sodass Frauen und Mädchen sicherer vor Gewalt sind.

Kambodscha. Aufklärungsmaterial zum Thema Gewalt gegen Frauen. © GTZ.

Weiterführende Informationen


Ansprechpartner


Andreas Selmeci
E-Mail: andreas.selmeci@giz.de