Guatemala: Ökologischen Kaffeeanbau fördern

Ökologischer Kaffeeanbau – gut für Mensch und Umwelt

Im westlichen Hochland Guatemalas unterstützt der Entwicklungsdienst Agrargemeinschaften der lokalen Bauernbewegung bei der Produktion und dem Vertrieb von Kaffee. Elvis Morales, Berater bei der Partnerorganisation „Comité Campesino del Altiplano" (CCDA), berichtet von den Fortschritten in der Kaffeeproduktion in der Region zwischen San Lucas Tolimán und Santiago Atitlán.

„Stück für Stück haben wir im Laufe weniger Monate jeden Flecken der Kaffeeplantage nutzbar gemacht. Denn der guatemaltekische Hochlandkaffee ist im Ausland äußerst gefragt", erzählt Elvis Morales, junger Kakchiquel-Maya und studierter Pädagoge. Hier hat die Partnerorganisation CCDA ihr Anbaugebiet. Biologischer Anbau und Fairer Handel sind dem Bauernkomitee besonders wichtig. Mit den Gewinnen aus der Kaffeeproduktion werden soziale Projekte in den Gemeinden gefördert, die von ärztlichen Visiten, Wohnungsbau bis hin zu Stipendien für Schüler reichen. „Wir arbeiten sozial und klimafreundlich", sagt Morales stolz.

Überzeugungsarbeit leisten
Ernte für Ernte wachsen die sozialen Verpflichtungen. Die Aktivitäten des CCDA erweitern sich stetig. Auf der Verarbeitungsanlage für Rohkaffee entstehen eine Trockenanlage, mit kanadischen Mitteln finanziert, ein Lagergebäude, das später einmal Ausbildungszentrum für Bauern werden soll, sowie Hütten für Touristen und für die Produktion der traditionellen Webarbeit. Das Bauernkomitee hat einen enorm hohen Anspruch an sich selbst.

Morales und seine Kollegen beraten insbesondere Kleinbauern, die sich innerhalb des CCDA organisieren. Ein wichtiges Thema dabei ist der Gebrauch von Biodüngern und Biopestiziden. Obwohl es viel günstiger für einen Kleinbauern ist, biologische Mittel zu nutzen, verwenden viele weiterhin chemische Mittel, die in Europa längst verboten sind.

„Ein Bauer, der auf circa 400 Quadratmetern Mais bewirtschaftet, muss dieses Land drei Mal mit chemischen Mitteln düngen", so Morales. „Dafür gibt er 840 Quetzales (etwa 80 Euro) aus. Letztlich kann es ihm passieren, dass er nicht genug erwirtschaftet, um die Investitionen wieder einzufahren." Das Problem, so meint er, bestehe vor allem in der Bequemlichkeit der Bauern. Denn biologische Mittel zu verwenden bedeutet auch ein Mehr an Arbeit. Die Hoffnung auf eine Einsicht in die biologische Landwirtschaft wächst mit den steigenden Preisen für Chemikalien. „Die Kosten für die Zutaten des Biodüngers belaufen sich auf lediglich 146 Quetzales (rund 14 Euro). Tag für Tag leisten wir Überzeugungsarbeit und erklären, wie man biologische Mittel produziert und anwendet", erklärt Morales.

In seiner Beraterfunktion organisiert das CCDA mit Unterstützung des Entwicklungsdienstes auch Workshops für Bauern und Gemeindevertreter, unter anderem zum Thema Klimawandel und biologische Landwirtschaft. Hier erfahren die Teilnehmer, in welchem Verhältnis Landwirtschaft und Klimawandel stehen und welchen Sinn der Einsatz von ökologischem Dünger und Biomittel hat.

Als Hauptverursacher des Klimawandels stehen die Industrienationen in besonderer Verantwortung und Pflicht, den Klimaschutz voranzutreiben. „Doch das ist kein Grund, nicht selbst aktiv einen Beitrag zu leisten", betont der Workshop-Teilnehmer Jonathan Castro, Agronom aus Costa Rica. Neben den Zukunftsaussichten profitiert jeder Bauer auch kurzfristig von der ökologischen Landwirtschaft. weniger Abhängigkeit von außen und mehr Geld im Portemonnaie hilft nicht nur den Bauern, sondern senkt auch den CO2-Ausstoß durch weniger Transportkosten und weniger chemische Düngemittel.

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