Strom per Chipkarte

Senegalische Bewohner vo der Montage eines Windrads

Strom für ein Dorf im Senegal dank einer Entwicklungspartnerschaft mit der Inensus GmbH

Die INENSUS GmbH ist auf Produkte und Dienstleistungen für Kleinwindanlagen spezialisiert. Sie produziert sogenannte Inselsysteme, die unabhängig vom öffentlichen Netz arbeiten und sich daher bestens für die Stromversorgung ländlicher Regionen eignen.. 2007 schloss sich das Unternehmen mit der GIZ in einer Entwicklungspartnerschaft zusammen, um diese Technologie nach Afrika zu bringen. Für das gemeinsame Projekt wählten die Partner nach Windmessungen und sozioökonomischen Studien das Dorf Sine Moussa Abdou im Senegal aus. Es wurde in ein Programm zur Förderung erneuerbarer Energien und ländlicher Elektrifizierung integriert, das die GIZ im Auftrag des BMZ durchführt.

Heute fließt der Strom in Sine Moussa Abdou verlässlicher als in der Stadt: ein Minikraftwerk, erzeugt die Energie aus Wind, Sonne und bei hohem Bedarf auch mit einem Dieselgenerator. Jede Familie legt fest, welche Energiemenge sie pro Woche benötigt und lädt ein entsprechendes Guthaben auf eine Chipkarte, um den Strom abzuholen. Alle sechs Monate werden der Strompreis und die Abnahmemenge neu mit einem Dorfkomitee verhandelt.

Das Konzept ist nicht nur durch die verhältnismäßig einfache Technik, sondern vor allem durch das innovative Betreibermodell ein Erfolg. Am Ende profitieren nicht nur die Investoren, sondern es entstehen auch neue Einkommensmöglichkeiten für die rund 900 Dorfbewohner. Derzeit ist ein Laden mit Kühlbereich geplant und der Schneider kann Aufträge mit einer elektronischen Nähmaschine viel schneller bearbeiten.

Das Gemeinschaftsprojekt wurde 2011 mit dem Innovationspreis für Klima und Umwelt des Bundesumweltministeriums und des Bundesverbands der Deutschen Industrie ausgezeichnet. Und auch die Fortsetzung ist bereits gesichert: Der niederländische Daey Ouwens Fond stellt öffentliche Mittel bereit, um 30.000 weitere Menschen in 30 Dörfern mit Strom zu versorgen. Zudem interessieren sich immer mehr Privatinvestoren für die Idee.