Verantwortungsbewusst Handeln

Nachhaltigkeit entlang der Lieferketten

Wie können Handelsunternehmen nachhaltig wirtschaften? Welches Interesse haben sie, sich für das Thema zu engagieren? Um diese Fragen ging es bei der Veranstaltung „Nachhaltige Entwicklung durch verantwortungsbewussten Handel? Praxis und Perspektiven“ in Bonn. Die KfW Entwicklungsbank und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hatten zur Abschlussveranstaltung des gemeinsamen Jahresthemas „Verantwortlich wirtschaften – nachhaltig entwickeln“ ins Kunstmuseum Bonn eingeladen.

GIZ-Vorstandsmitglied Christoph Beier betonte, dass der Handel auf dem Weg zu einem nachhaltigen Wirtschaften eine sehr wichtige Rolle spiele. Wenn die internationale Zusammenarbeit Nachhaltigkeitsstandards mit Handelsunternehmen etabliere, erreiche sie „wesentlich größere Effekte“, als wenn sie allein mit produzierenden Unternehmen zusammenarbeite. Breitenwirksamkeit entstehe nur, wenn es Veränderungen in der gesamten Zulieferkette gebe.

Strategische Zukunftssicherung für Unternehmen

In zwei Gesprächsrunden beleuchteten Experten aus Unternehmen, dem  Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Unternehmerinitiative Business Social Compliance Initiative (BSCI), wie sich Handel in der Praxis nachhaltig gestalten lässt. Achim Lohrie von Tchibo berichtete, dass das Unternehmen seine gesamte Produktpalette bis 2020 nachhaltig zertifizieren lassen will. Das sei für das Unternehmen „strategische Zukunftssicherung“. Schließlich sei der Kaffeeröster von Naturprodukten abhängig und bekäme schon jetzt deutlich zu spüren, dass sich das Klima verändert. Viele Kaffeebauern verlegten deshalb ihre Felder in niedrigere Lagen oder gäben den Kaffeeanbau ganz auf. Tchibo reagiert darauf unter anderem, indem es Trainings für Bauern anbietet.

Gemeinsam Zukunft entwickeln

Unternehmen seien auch deshalb auf nachhaltige Produkte angewiesen, weil die Verbraucher sie immer stärker nachfragten, sagte Norbert Kloppenburg aus dem Vorstand der KfW. Kloppenburg zog eine ausgesprochen positive Bilanz aus dem Jahresthema zum verantwortlichen Wirtschaften. Man habe mit den gemeinsamen Veranstaltungen „wirklich zentrale Themen angesprochen“, war er sich mit Beier einig. Aus der Zusammenarbeit zwischen KfW und GIZ seien zudem innovative Projekte wie die Deutsche Klimatechnologie-Initiative entstanden.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im BMZ, Gudrun Kopp, kündigte in Bonn das neue Jahresthema 2012 an. „Zukunfts-Entwickler“ lautet das Thema, das BMZ, KfW und GIZ erstmals gemeinsam gestalten werden. Auch dabei werde Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle spielen, sagte Kopp. Und gerade die Wirtschaft könne in diesem Bereich innovative Impulse liefen. Mit Blick auf die anwesenden Unternehmensvertreter sagte Kopp: „Seien Sie unsere Partner, seien Sie mit uns gemeinsam Zukunfts-Entwickler.“