„Steelie Award“ der Stahlindustrie für develoPPP.de-Projekt von Gerdau und GIZ

“Excellence in sustainability“-Award der Worldsteel Association geht an den brasilianischen Stahlkon-zern Gerdau

Der wichtigste Branchenverband der Stahlindustrie, die Worldsteel Association, hat dem brasiliani-schen Stahlkonzern Gerdau einen zärtlich mit „Steelie Award“ bezeichneten Preis im Bereich „Excellence in sustainability“ verliehen. Die Preisverleihung fand am 6. Oktober in Moskau statt. Be-reits zum fünften Mal verliehen, würdigte der Award auch in diesem Jahr besondere Leistungen von Akteuren der Stahlindustrie. Gerdau erhielt die Auszeichnung für eine Strategische Allianz im Rahmen des develoPPP.de-Programms, das die Lebensbedingungen informeller Schrottsammler in Brasilien, Peru, Uruguay und Chile deutlich verbessert hat. Von ihnen bezieht der Konzern, wie viele andere Stahlproduzenten auch, große Teile seines Altmetalls.

Häufig leben die informellen Arbeiter der Stahlindustrie – ohne jede Form von Arbeitsschutz oder so-zialer Absicherung – unter prekären Bedingungen. Ihre Arbeits- und Lebenssituation zu verbessern und sie in die Wertschöpfungskette zu integrieren, war daher das Ziel der im Jahr 2010 begonnenen Kooperation. Gemeinsam mit lokalen Nichtregierungsorganisationen qualifizierten die Projektpartner insgesamt 3.000 informelle Schrottsammlerinnen und Schrottsammler. Neben betriebswirtschaftlichen Grundlagen und Kenntnissen zum Thema Arbeitsschutz wurden sie beispielsweise darin geschult, besonders wertvolle Altmetalle zu erkennen. Die Kleinstzulieferer erhalten nun einen festgelegten, fairen Preis für das gesammelte Material und erzielen auf diese Weise höhere Einnahmen für ihre Familien und Gemeinden. Auch die Bildung von lokalen Netzwerken wurde im Rahmen der Strategi-schen Allianz unterstützt – heute sind 1.500 Arbeiter in Kooperativen oder Unternehmen organisiert und können so ihre Interessen besser vertreten.

Aber auch Gerdau profitiert: Die Qualität des gesammelten Materials ist heute deutlich höher und die Geschäftsbeziehungen zu den ehemals informell beschäftigen Schrottsammlern sind zuverlässiger. Zugleich konnte Gerdau mit Hilfe der GIZ ein Monitoringsystem für die Aktivitäten über die gesamte Wertschöpfungskette aufbauen, wodurch die Messung und Steuerung von Indikatoren wie die Qualität und Menge des gelieferten Metalls, Arbeitssicherheit und Umweltaspekte erleichtert wird. Insgesamt profitierten über 350 Klein- und Kleinstunternehmen mit insgesamt über 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von den Maßnahmen in Brasilien, Peru, Uruguay und Chile. Gerdau hat das Modell mitt-lerweile erfolgreich auf andere Unternehmensstandorte ausgeweitet.