Das 3x3 der dualen Berufsausbildung

Strategische Allianz zur dualen Berufsausbildung startet in Kasachstan

giz2015-strategische-allianz-kasachstan_270x180px.jpg © GIZ

Dem Fachkräftemangel in der Industrie entgegenwirken, den Jugendlichen im Land bessere Berufsperspektiven bieten und die Jugendarbeitslosigkeit senken – Kasachstan hat sich für die Reform seines Bildungssystems handfeste Ziele gesteckt.

Die Reform der dualen Berufsausbildung ist derzeit in ihrer ersten Phase. Insgesamt will die Regierung zehn für die Wirtschaft wichtige Ausbildungsberufe in ausgewählten Regionen einführen.

Unterstützt wird sie dabei von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und den Unternehmen Claas Global Sales GmbH, Evonik Industries AG, HeidelbergCement und John Deere International GmbH. Sie haben sich zu einer strategischen Allianz im Rahmen des develoPPP.de-Programms zusammengeschlossen, um gemeinsam mit lokalen Unternehmen ein duales Ausbildungssystem nach deutschem Vorbild aufzubauen. Dazu sollen drei Ausbildungsgänge an Berufscolleges in drei Provinzen Kasachstans eingeführt werden. Im März fanden die ersten Planungsworkshops in den jeweiligen Regionen unter Teilnahme der Privatwirtschaft statt.

Während HeidelbergCement einen Ausbildungsgang für Industriemechanik an einem Baucollege in Ostkasachstan aufbaut, beraten Claas Global Sales GmbH und John Deere die Hochschule in Kostanay dabei, eine duale Ausbildung für Landmaschinenmechatronik zu etablieren. Evonik Industries AG fördert den Ausbildungsberuf zur Elektronikerin bzw. zum Elektroniker für Automatisierungstechnik am Polytechnischen College Temirtau in der Region Karaganda. Dieser Ausbildungsberuf wird von Unternehmen der Rohstoff-, Stahl- und Metallindustrie und zahlreichen anderen Industrien nachgefragt.

Constanze Majer, develoPPP.de-Projektmanagerin bei der GIZ, geht davon aus, dass die neuen Ausbildungsgänge bereits im neuen Schuljahr 2015 angeboten werden können. „Ich sehe großes Potential für das duale Ausbildungssystem in Kasachstan“, sagt Constanze Majer. „Die Qualifikationen der Schulabgänger entsprechen den Bedarfen der Unternehmen nun deutlich besser. Außerdem sichert die duale Ausbildung hohe Übernahmequoten in Beschäftigung, was eine positive Wirkung auf die qualifizierte Beschäftigung junger Kasachinnen und Kasachen haben wird.“

Mit der zunehmenden Diversifizierung der kasachischen Wirtschaftsstruktur seit der Unabhängigkeit 1990 sowie der Ansiedlung von Hightech-Industrien im Land stieg auch der Bedarf an höher qualifizierten Fachkräften. In den letzten Jahren deckte die Zahl der Absolvent/-innen der berufsbildenden Einrichtungen nur etwa 30 bis 40 Prozent des Bedarfs. Zudem sind viele Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos, obwohl sie einen Berufsabschluss haben, weil das Niveau ihrer Qualifikation den Erfordernissen der Arbeitgeber nicht entspricht.

Das develoPPP.de-Programm

Seit mehr 15 Jahren fördert die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unternehmerisches Engagement in Schwellen- und Entwicklungsländern. Nähere Informationen zu den Bedingungen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit von GIZ und Wirtschaft sowie zu den aktuellen Bewerbungsfristen finden Sie unter www.developpp.de.

Die GIZ ist am Runden Tisch für internationale Berufsbildungszusammenarbeit auf Staatsekretärs- und Arbeitsebene vertreten. GOVET ist die Geschäftsstelle des Runden Tisches.

Kontakt

Constanze Majer
constanze.majer@giz.de