Industrial Solar gewinnt Innovationspreis für Klima und Umwelt in der Kategorie Technologietransfer

Partnerunternehmen von develoPPP.de für Einsatz in Schwellen- und Entwicklungsländern geehrt

Preisverleihung des IKU-Awards: Christian Zahler (Industrial Solar GmbH), Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, Holger Lösch (BDI) (v.l.). © Industrial Solar
Preisverleihung des IKU-Awards: Christian Zahler (Industrial Solar GmbH), Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, Holger Lösch (BDI) (v.l.). © Industrial Solar

Das Unternehmen Industrial Solar wurde Anfang 2016 in Berlin vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. mit dem Innovationspreis für Klima und Umwelt für ihr umweltpolitisches Engagement in Schwellen- und Entwicklungsländern in der Kategorie Technologietransfer ausgezeichnet. Ausschlaggebend für die Ehrung des Unternehmens war sein auf Schwellen- und Entwicklungsländer ausgerichtetes Vertriebsmodell von Fresnel-Sonnenkollektoren. Auch in Jordanien, wo Industrial Solar von 2013 bis 2015 gemeinsam mit der GIZ ein develoPPP.de-Projekt durchführte, wurden die Kollektoren eingesetzt.

In Jordanien liegt die Sonneneinstrahlung zehn Prozent über dem Durchschnitt des Mittleren und Nahen Ostens; sein kontinentales Wüstenklima bietet somit optimale Bedingungen für die solare Energieerzeugung. Trotzdem importiert das Land nahezu seinen gesamten Energiebedarf – mehr als 90 Prozent. Die Regierung verkannte lange die Potenziale alternativer Energiequellen und beschränkte seine Subventionen auf den Bezug von fossilen Brennstoffen sowie Atomenergie. Inzwischen hat ein Umdenkenden stattgefunden und im Bereich der solaren Stromerzeugung mit Photovoltaik ist ein dynamischer Markt entstanden. Die solare Prozesswärme bleibt aber aufgrund ungenügender institutioneller Rahmenbedingungen hinter ihrem Potential zurück.

Dies zu ändern hat sich die Firma Industrial Solar zur Aufgabe gemacht. Mit der GIZ als beratendem Partner förderte das freiburgische Unternehmen die Entwicklung eines Marktes für solare Prozesswärme in Jordanien über eine Entwicklungspartnerschaft im Rahmen von develoPPP.de, einem Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für den Transfer seiner innovativen Fresnel-Kollektor-Technologie wurde es jetzt mit dem Innovationspreis für Klima und Umwelt geehrt.

Die jordanische Industrie benötigt allein 60 Prozent ihres gesamten Energieverbrauchs zur Erzeugung von Prozesswärme wie etwa Wasserdampf. Vor allem in der Pharma-, der Nahrungsmittel- und der chemischen Industrie sowie im Bergbau werden dafür Unmengen an Diesel verbraucht, was nicht nur den Unternehmen teuer zu stehen kommt, sondern auch die Atmosphäre mit CO2 belastet. Die Fresnel-Sonnenkollektoren von Industrial Solar setzen an beiden Problemen an.

Fresnel-Kollektoren eignen sich insbesondere für die industrielle Erzeugung von Prozesswärme. © Industrial Solar
Fresnel-Kollektoren eignen sich insbesondere für die industrielle Erzeugung von Prozesswärme. © Industrial Solar

Fresnel-Kollektoren erzeugen Temperaturen von bis zu 400 Grad Celsius und sind damit speziell für die industrielle Erzeugung von Prozesswärme geeignet. Im Rahmen des develoPPP.de-Projektes installierte Industrial Solar solche Kollektoren auf dem Dach des Pharmaunternehmens RAM Pharma und senkte dessen täglichen Treibstoffverbrauch damit um bis zu 75 Prozent. Darüber hinaus schulte es Ingenieure in Installation, Wartung und Betrieb der Kollektoren, um entsprechendes Know-how im Land langfristig zu verankern. Zudem erstellten Industrial Solar und GIZ eine Studie zur Nutzung solar erzeugter Prozesswärme in Jordanien. Diese ermittelte Potenziale einzelner Wirtschaftssektoren und geografischer Regionen, identifizierte technische Hürden und analysierte gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Der Innovationspreis für Klima und Umwelt zeichnet Ideen aus, die Klima und Umwelt schützen. Die Kategorie Technologietransfer legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Wirkungen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Industrial Solar trägt zum Umweltschutz in Ländern wie Jordanien bei, indem es Wissen über diese Technologie vermittelt und somit nicht nur langfristig die Etablierung solarthermischer Methoden auf dem dortigen Energiemarkt fördert, sondern auch lokal Beschäftigungsmöglichkeiten schafft.

Kontakt

Julia Körner
julia.koerner@giz.de