lab of tomorrow: Wie für weniger Lebensmittelabfälle in Kenia Ideen wahr werden

Im März waren es noch vage Ideen, nun kamen vom 15. bis 17. November 2016 in Kenia einzelne Teilnehmer des 2. lab of tomorrow wieder zusammen, um ihre zuvor in Deutschland entwickelten Geschäftsmodelle wahr werden zu lassen.

Beim Nachfolgeworkshop zum 2. lab of tomorrow  in Nairobi – Adriana Balazy (Bildmitte) und Yvonne Otieno (rechts) diskutieren ihre Projektidee mit einer kenianischen Expertin des Lebensmittelsektors. Foto: GIZ/Deniss Kacs
Beim Nachfolgeworkshop zum 2. lab of tomorrow in Nairobi – Adriana Balazy (Bildmitte) und Yvonne Otieno (rechts) diskutieren ihre Projektidee mit einer kenianischen Expertin des Lebensmittelsektors. Foto: GIZ/Deniss Kacs

Verschiedene europäische und kenianische Unternehmen und Experten trafen sich in Nairobi, um der Lebensmittelverschwendung im Land den Kampf anzusagen. Ihr gemeinsames Ziel: Die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen, die Landwirte und Lebensmittelproduzenten Kenias dabei unterstützen, den Anteil an Ernteerträgen, die durch fehlende Transportmöglichkeiten oder Kühlhäuser, nicht beim Verbraucher ankommen, zu senken und somit effektiver und profitabler zu werden.

Die Unternehmer hatten sich bereits Anfang des Jahres beim lab of tomorrow Auftakt-Workshop in Berlin kennen gelernt. Dort arbeiteten sie drei Tage lang intensiv an Lösungsideen. Fünf Geschäftsideen waren draus hervor gegangen und wurden weiter vorangetrieben. Die GIZ unterstützte die Teams durch Marktdaten zum Problem und der Lage vor Ort, um ihre Ideen weiter zu verfeinern.

Bei einer Exkursion bekommen die europäischen Unternehmer Feedback von kenianischen Farmern zu ihren Geschäftsideen und erhalten Einblicke in deren Arbeit. Foto: GIZ/Deniss Kacs
Bei einer Exkursion bekommen die europäischen Unternehmer Feedback von kenianischen Farmern zu ihren Geschäftsideen und erhalten Einblicke in deren Arbeit. Foto: GIZ/Deniss Kacs

Eines der Geschäftsmodelle sieht vor, aussortierte Mangos durch leicht zu transportierende Verarbeitungsmaschinen zu verwerten. Die Früchte, die nicht die gewünschte Größe und Farbe haben, sollen zur nächstgelegenen Farm transportiert und zu höherwertigen Produkten wie Saft oder Fruchtpulver verarbeitet werden. Ein niederländisches Unternehmen möchte durch sein Wissen über Anpflanzung und Kultivierung von Mangos helfen und eine Partnerschaft mit einem lokalen Bauverband eingehen, um die Erntequalität zu erhöhen. Zwei neue Wege, um Kundenforderungen besser zu erfüllen und die Lebensmittelabfälle zu reduzieren.

Bald nicht mehr für den Müll: Rund zwei Tonnen Lebensmittelabfälle vor einem Verpackungsbetrieb in Nairobi. Foto: GIZ/Deniss Kacs
Bald nicht mehr für den Müll: Rund zwei Tonnen Lebensmittelabfälle vor einem Verpackungsbetrieb in Nairobi. Foto: GIZ/Deniss Kacs

Um die Ideen einem echten Härtetest zu unterziehen wurden sie in Kenia unter realen Bedingungen durchgeführt. Bei Exkursionen zu kenianischen Farmen, Lebensmittelverarbeitungsstätten und Exporteuren konnten die Teilnehmer ihre Ideen präsentieren und erhielten direkte und hilfreiche Rückmeldungen.

Es entstanden künftige Geschäftspartnerschaften – ein erster Schritt um in dem neuen Markt Fuß zu fassen. Dennis Odera, der Africa Business Coordinator bei WeFarm, einer SMS basierten Lernplattform für Landwirte, fasste anschließend zusammen: „Dieser Nachfolgeworkshop zum ersten Workshop in Berlin ist sehr wichtig für uns. Es ist einfach, in der Theorie eine Lösung zu erarbeiten, die dann aber in der Praxis womöglich nicht funktioniert. Die Gespräche mit den potentiellen Partnern vor Ort waren essentiell, um aus der erster Hand zu erfahren, welche konkreten Probleme sich ihnen stellen, um dann die Geschäftsidee als Lösung noch passender entwickeln zu können.“

Kontakt

Simon Unterschütz
simon.unterschuetz@giz.de

Das nächste lab

Das nächste “lab of tomorrow” findet vom 28.02. bis 02.03.2017 zum Thema „Prävention und Eindämmung nicht übertragbarer, chronischer Krankheiten in Kenia“ statt.