© Younès Ajarrai

Marokko: Unterwegs für Menschenrechte und Bildung

Der Nationale Rat für Menschenrechte - Conseil national des droits de l'Homme (CNDH) - hat im Jahr 2016 das Nationale Bildungsinstitut für Menschenrechte – Institut national de formation aux droits de l'Homme – (INFDH) in Marokko gegründet. Das Institut will die landesweite Fortbildung im Bereich der Menschenrechte einheitlicher und nachhaltiger gestalten. Von Anfang an dabei war Younès Ajarrai, Direktor des Instituts. Er erzählt, wie die Akademie mitwirkte, eine klare Strategie zu entwickeln. 

Herr Ajarrai, was wollen Sie und Ihr Team mit dem neuen nationalen Bildungsinstitut für Menschenrecht erreichen?

In Marokko war die Weiterbildung in diesem Bereich bisher nicht einheitlich und nachhaltig geregelt und gestaltet. Es gab keine gemeinsame Strategie und Vision. Das wollten wir ändern. Wir haben daher ein nationales Institut aufgebaut, das als „agent du changement“ bzw. „Motor“ für Veränderung verschiedene Angebote im Bereich der Menschenrechte bei sich bündelt und gleichzeitig den Erwartungen und Bedarfen der zahlreichen Akteure entspricht. Zu diesen Akteuren zählen z.B. Zivilgesellschaft, nationale Institutionen, Mitarbeiter und Mitglieder der CNDH. Natürlich schauen wir auch auf die internationale Ebene, insbesondere auch auf Afrika und die arabische Welt. 

Wie hat die Akademie unterstützt? 

Die GIZ leistet wertvolle technische Unterstützung bei der Stärkung von nationalen Menschenrechtsinstitution in Marokko, um diesen für die CNDH völlig neuen Bereich der Kompetenzentwicklung aufzubauen. Die Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) stellte dabei ihre Erfahrung, und ihr Fachwissen zur Verfügung, um eine maßgeschneiderte Strategie mit uns zu entwickeln. 

Zusammen mit der AIZ haben wir unsere Vision strukturiert und unsere Ziele eindeutig formuliert. Ich denke, während der Lernreisen in der Akademie in Bonn und später in unserem Institut in Rabat, haben wir einen neuen Blick auf das Begonnene erhalten, unsere Bedenken hinterfragt und Erwartungen formuliert. 

Wenn ich daran denke, hat diese Lernreise in Deutschland viel bei uns bewegt. Unsere Gruppe wurde enorm motiviert und wir sind als „Team“ mit einer klaren Vision nach Marokko abgereist. Wir waren so begeistert, dass wir mit dem Akademie-Team unbedingt in Rabat weiterarbeiten wollten. Diesen Wunsch erfüllte uns die GIZ glücklicherweise. 

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Profitieren viele Menschen von Ihrem Ausbildungsangebot?

Ja. Mehr als 3600 Menschen besuchten unser Institut im vergangenen Jahr. Wir haben fast 80 Trainingseinheiten veranstaltet, hinzu kommen Seminare, Workshops und Studientage. Diese Schulungen umfassten mehr als 30 Themen, die wir jeweils an die unterschiedlichen Zielgruppen angepasst haben.

Rückblickend gefragt: Würden Sie noch einmal mit der Akademie zusammenarbeiten wollen?

Auf jeden Fall. Ich bin sofort dabei!

Das Projekt „Stärkung von nationalen Menschenrechtsinstitutionen in Marokko“ wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umgesetzt.