Startchancen in der Heimat: Zukunftsperspektiven für Rückkehrer

Einige Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, zieht es nach einer Zeit wieder zurück in ihre Heimat. Andere müssen Deutschland verlassen, weil sie kein Asyl erhalten. Doch ein Neuanfang im Herkunftsland ist nicht immer einfach. Unterstützung bieten dabei individuelle Beratungsangebote und Schulungen in Deutschland und ausgewählten Herkunftsländern.

Mehr als eine Million Menschen haben in den Jahren 2015 und 2016 in Deutschland erstmals Asyl beantragt. Viele sind vor Krieg oder Verfolgung geflohen. Andere haben ihr Land verlassen, weil sie dort keine wirtschaftliche Perspektive für sich gesehen haben. Nicht für alle aber besteht die Möglichkeit, in Deutschland zu bleiben.

Für diese Menschen schafft die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bessere Startchancen in ausgewählten Herkunftsländern. Dazu gehören zunächst Albanien, Kosovo und Serbien sowie Tunesien, Marokko und Nigeria, weitere Länder sollen folgen. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ bei der Rückkehr und Reintegration.

Gut beraten: Unterstützungsangebote in Deutschland

Im Mittelpunkt der Initiative steht die individuelle Beratung – von der Vorbereitung in Deutschland bis hin zum Neustart im jeweiligen Herkunftsland. Um Interessierten bereits in Deutschland die relevanten Informationen zu vermitteln, arbeitet die GIZ eng mit Städten und Gemeinden zusammen. Bestehende Angebote von Wohlfahrtsverbänden und Sozialträgern zur Rückkehrberatung oder Schulungen und Coachings werden durch die GIZ unterstützt.

In ausgewählten Kommunen und bei kirchlichen und sozialen Trägern wie Caritas oder AWO schlagen Reintegrations-Scouts eine Brücke zwischen der Rückkehrberatung in Deutschland und bestehenden Angeboten in den Herkunftsländern. Diese Scouts unterstützen die Beratungsstellen, indem sie Kontakte zu Anlaufstellen in den jeweiligen Ländern herstellen. Außerdem informieren sie zu Beschäftigungsperspektiven und Angeboten vor Ort – etwa Existenzgründerberatungen oder Aus- und Weiterbildungen.

Ergänzend dazu informiert die Website www.build-your-future.net über Möglichkeiten der freiwilligen Rückkehr und den Neustart in den Herkunftsländern.

 

Außerdem betreibt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine Telefon-Hotline und die Website www.returningfromgermany.de. Hier können Rückkehrinteressierte erfahren, an welche Beratungsstellen sie sich wenden können.

Erfolgreicher Neustart in der Heimat

So beginnt eine erfolgreiche Rückkehr bereits in Deutschland und wird mit Angeboten im Herkunftsland weiter begleitet. Bessere Startchancen vor Ort bieten zum Beispiel gezielte Qualifizierungen, Jobvermittlung oder Hilfe bei Unternehmensgründungen. Die Angebote richten sich aber nicht nur an Rückkehrer, sondern auch an die in den jeweiligen Ländern lebenden Menschen. Die GIZ unterstützt schon seit Jahrzehnten dabei, Perspektiven für ein sicheres und wirtschaftlich stabiles Leben zu schaffen: Durch ihren Beitrag sind allein zwischen 2010 und 2015 weltweit fast 900.000 Personen in Beschäftigung gekommen – und mehr als eine Million Menschen wurde mit Unterstützung der GIZ aus- und weitergebildet.

Dabei helfen auch die Migrationsberatungszentren, wie sie das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) – eine Arbeitsgemeinschaft der GIZ und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit – jeweils in Zusammenarbeit mit den lokalen Arbeitsagenturen heute schon in Tunesien, Albanien, Kosovo und Serbien betreibt. Hier können sich Menschen auf der Suche nach Perspektiven in ihrem Land individuell beraten lassen. Außerdem erhalten sie Informationen zu Job- und Ausbildungsmöglichkeiten in Deutschland.

Das Zentrum in Kosovo wurde bereits im April 2015 gegründet, im Oktober und November 2016 folgten Beratungszentren in Albanien und Serbien. Im März 2017 hat außerdem das Deutsch-Tunesische Zentrum für Jobs, Migration und Reintegration in Tunis seine Arbeit aufgenommen. In den Migrationsberatungszentren haben bereits fast 30.000 Menschen das Beratungsangebot genutzt, rund 1.200 Personen haben an Bewerbungstrainings teilgenommen.

Stand: August 2017