Perspektiven schaffen

Ausbildungsförderung in Tunesien

Die wirtschaftliche Situation in Tunesien ist nicht einfach. 35 Prozent aller Jugendlichen und ein Drittel aller Hochschulabsolventen in dem nordafrikanischen Land sind arbeitslos – und das, obwohl in vielen Berufsfeldern qualifizierte Fachkräfte fehlen. Auf der Suche nach Arbeit verlassen deshalb viele Menschen ihre Heimatstädte. Tunesien ist eines von vielen Ländern, in denen die GIZ dazu beiträgt, die Jobchancen von Menschen zu verbessern: Durch den Beitrag der GIZ und ihrer Partner sind allein in der Region Naher Osten/Maghreb zwischen 2010 und 2015 fast eine halbe Million Menschen in Beschäftigung gekommen.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und in Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft unterstützt die GIZ in Tunesien junge Menschen dabei, berufliche Perspektiven zu entwickeln. Der Fokus der Arbeit liegt darauf, die Attraktivität von Berufen mit hohem Beschäftigungspotential zu steigern, die Aus-und Fortbildung an den Bedürfnissen von Wirtschaft und Industrie auszurichten und Unternehmensgründungen zu fördern.

Ausbildung in der Textilindustrie

Eines dieser Projekte ist die Ausbildung junger Menschen in der Textilverarbeitung bei der tunesischen Firma Sartex. In der Küstenregion Monastir, einem der wichtigsten Standorte der nationalen Textilindustrie, wurde mit Unterstützung der GIZ ein modernes Ausbildungszentrum errichtet. Mit qualifizierten Trainern und unter guten Arbeitsbedingungen können Jugendliche hier das Textilhandwerk erlernen. Mehr als 300 junge Tunesier konnten hier bisher ausgebildet werden und erhielten auf diese Weise wieder eine neue Perspektive.

Ausbildung im Trockenbau

Ein weiteres Projekt ist die berufliche Ausbildung in der in Tunesien noch wenig verbreiteten Technik des Trockenbaus. Das Unternehmen Knauf hat gemeinsam mit der GIZ ein Ausbildungszentrum in der strukturschwachen Region um Meknassy gegründet. Es bietet dort neue Perspektiven für junge Menschen und gibt ihnen die Möglichkeit, in ihrer Heimatregion zu bleiben, in einer aufstrebenden Branche zu arbeiten und die regionale Entwicklung mit zu fördern.

Stand: Juni 2017