Flüchtlinge unterstützen

Binnenflüchtlinge in Afghanistan

Jahrzehnte des Krieges haben große Teile der afghanischen Bevölkerung zu Flüchtlingen gemacht. Während ein Teil der Menschen Afghanistan verließ, wurden andere innerhalb der Landesgrenzen zu Flüchtlingen. Seit 2004 sind so über 1,5 Millionen Afghanen in ihrem eigenen Land vertrieben worden. Hinzu kommen jene, die vor Naturkatastrophen fliehen oder aus wirtschaftlichen Gründen die Heimat verlassen mussten und nun in großer Anzahl wieder zurückkehren. Alleine in 2016 gab es mehr als eine Million Menschen, die aus Pakistan und Iran zurückgekehrt sind.

Binnenvertriebene und rückkehrende Migranten siedeln sich zumeist an den Rändern großer Städte an, wo die Grundstückspreise niedriger sind, es jedoch oft am Nötigsten fehlt. Ihre Ankunft erhöht den Druck auf den Arbeitsmarkt und die örtliche Infrastruktur, was häufig zu Konflikten mit der ansässigen Bevölkerung führt. Hier setzt die Arbeit der GIZ an.

Binnenvertriebene und Rückkehrer unterstützen

In vier Nordprovinzen Afghanistans unterstützt die GIZ im Auftrag des Auswärtigen Amtes Binnenvertriebene deshalb bei der Integration in aufnehmenden Gemeinden. Neben dem Bau von Trinkwasserbrunnen, sanitären Einrichtungen und zwei Grundschulen hat die GIZ als Partner des afghanischen Ministeriums für Flüchtlinge und Repatriierung 725 Familien temporäre Unterkünfte errichtet oder Materialien für den eigenständigen Hausbau zur Verfügung gestellt – für weitere 500 Familien ist dies in den Jahren 2017 und 2018 vorgesehen. Insgesamt werden 8.000 Haushalte erreicht, was rund 40.000 Personen entspricht. Zusätzlich zur Verbesserung der örtlichen Infrastruktur werden Trainingskurse zu Themen wie Lesen und Schreiben, Gesundheit und Hygiene und friedlicher Konfliktlösung angeboten. Handwerkliche Fortbildungen im Lehmbau oder Wollspinnen zielen darauf ab, sowohl Männern als auch Frauen ein eigenständiges Einkommen zu ermöglichen. Insgesamt wurden damit mit allen bisherigen Maßnahmen zusammen rund 40.000 Personen erreicht.

Stand: Juni 2017


        
    
Gemeinsam mit neuen und alten Bewohnern der Gemeinde wurde entschieden, wie die Wasserversorgung sichergestellt werden kann. © GIZ
Gemeinsam mit neuen und alten Bewohnern der Gemeinde wurde entschieden, wie die Wasserversorgung sichergestellt werden kann. © GIZ

        
    
Lehmbau ist eines der Trainings, das die GIZ anbietet. Das Material wird für den Bau von Mauern und Häusern eingesetzt. © GIZ
Lehmbau ist eines der Trainings, das die GIZ anbietet. Das Material wird für den Bau von Mauern und Häusern eingesetzt. © GIZ

        
    
Mit handwerklichen Trainings unterstützt die GIZ die Menschen dabei, berufliche Perspektiven zu entwickeln.
Mit handwerklichen Trainings unterstützt die GIZ die Menschen dabei, berufliche Perspektiven zu entwickeln. © GIZ

        
    
Das Dorfkomitee, die sogenannte „Shura“, ist die Interessensvertretung der Gemeinde gegenüber der Regierung. Auch bei Konflikten vermittelt die Shura zwischen den Parteien.
Das Dorfkomitee, die sogenannte „Shura“, ist die Interessensvertretung der Gemeinde gegenüber der Regierung. Auch bei Konflikten vermittelt die Shura zwischen den Parteien. © GIZ

        
    
Die GIZ unterstützt Binnenflüchtlinge bei der Integration in die neue Gemeinde. Bildung für Kinder und Jugendliche spielt hierbei eine wichtige Rolle.
Die GIZ unterstützt Binnenflüchtlinge bei der Integration in die neue Gemeinde. Bildung für Kinder und Jugendliche spielt hierbei eine wichtige Rolle. © GIZ

        
    
Faiz Mohammed ist Gemeindeältester in der Siedlung Hamdard bei Mazar-e Scharif. Er musste mit seiner Familie seine Heimat verlassen.
Faiz Mohammed ist Gemeindeältester in der Siedlung Hamdard bei Mazar-e Scharif. Er musste mit seiner Familie seine Heimat verlassen. © GIZ