Interview mit Sabrina Allmeta, auszubildende Köchin

Berufliche Ausbildung in Albanien

Knapp 40 Prozent der jungen Menschen in Albanien sind arbeitslos. Die Ausbildung an den Schulen orientiert sich nur selten an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes – viele Schüler finden nach dem Abschluss in ihrer Fachrichtung keinen Job. Gleichzeitig sucht die albanische Wirtschaft händeringend nach ausreichend qualifizierten Arbeitskräften. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) arbeitet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH mit sieben Berufsschulen in Albanien zusammen, um die Bedürfnisse beider Seiten besser zusammenzubringen.

Als Modell gilt ein Ausbildungszentrum in Kamza, einem Vorort von Tirana. Aktuell werden hier 1.600 junge Albaner zwischen 15 und 19 Jahren in fünf arbeitsmarktrelevanten Branchen ausgebildet: Vom Agrarbereich über Automechanik bis hin zu Pflegeberufen und Tätigkeiten im IT-Sektor. Und in der Gastronomie: Sabrina Allmeta lässt sich in Kamza zur Köchin ausbilden und träumt davon, einmal ihr eigenes Restaurant zu eröffnen.

Frau Allmeta, wieso haben Sie sich für eine Ausbildung gerade in Kamza entschieden?

Die Schule in Kamza bietet das Ausbildungsprofil Hotellerie und Tourismus an – ein Fachgebiet, für das ich brenne. Außerdem stehen die Chancen gut, mit dieser Ausbildung einen Arbeitsplatz zu finden. Generell ist es für junge Leute in meinem Alter schwer, einen guten Job in Albanien zu finden. Und leider haben wir nur wenige gute Berufsschulen im Land. Für mich war es daher ideal, an eine Schule mit einem guten Ruf wie in Kamza zu gehen. Hier wurde es mir ermöglicht, von Anfang an praktische Erfahrungen als Köchin zu sammeln. 

Können Sie beschreiben, wie sich Ihr Leben durch die Ausbildung verändert hat?

Im ersten Ausbildungsjahr habe ich mich von Anfang an auf berufspraktische Themen fokussiert und begonnen, in Teilzeit in einem italienischen Restaurant zu arbeiten. Seither genieße ich es zu kochen und ständig Neues zu lernen. Für andere kochen zu können ist meine Leidenschaft und bereitet mir große Freude.

Welches Gericht bereiten Sie am liebsten zu?

Das wären wohl Spaghetti mit Shrimps – ich liebe die italienische Küche.

Was sind Ihre Wünsche für die Zukunft? Möchten Sie zum Beispiel nach Deutschland gehen?

Mein Bruder und meine Schwester sind beide ins Ausland gezogen. Auch ich habe darüber nachgedacht, später mal nach Deutschland oder Italien zu gehen. Aber erst einmal möchte ich in Albanien Erfahrungen als Köchin sammeln und meine Fähigkeiten ausbauen. Nach meinem Abschluss möchte ich Meisterköchin werden. Mein Traum ist es, als berühmte Köchin in einem albanischen Restaurant zu arbeiten oder sogar eines Tages mein eigenes Restaurant zu haben.

Stand: September 2017