Deutsches Know-how für berufliche Bildung in Afghanistan

22.01.2015 - Zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung Afghanistans unterstützt die GIZ die berufliche Bildung. Mit Erfolg: Schon über 46.000 junge Afghanen legen mit einer ordentlichen Ausbildung den Grundstein für eine bessere Zukunft.

Damit die wirtschaftliche Entwicklung in Afghanistan voran geht, benötigt das Land Ausbildungsplätze für 1,7 Millionen junge Männer und Frauen. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die Reform des Berufsbildungssystems. Gemeinsam mit dem afghanischen Bildungsministerium wurden beispielsweise die Lehrpläne für handwerkliche Ausbildungen wie KFZ-Mechaniker oder Schreiner an die Bedürfnisse der Wirtschaft angepasst. Im Ausbildungsberuf KFZ-Mechaniker etwa kamen moderne Autos mit viel Elektronik im Unterricht bislang nicht vor. „Wir unterstützen bei der Verbesserung der Lehrpläne und vermitteln das notwendige Knowhow an die Berufsschullehrer“, sagt Projektleiter Gustav Reier von der GIZ. „Zukünftig können afghanische KFZ-Mechaniker auch moderne Autos reparieren.“

Seit 2013 nehmen rund 125 Berufschullehrer an den regelmäßigen Weiterbildungen teil. Meist fehlt den Lehrern selbst das nötige Fachwissen, wie beispielsweise das Lesen von technischen Zeichnungen. Schreinermeister Faiz Mohammad Bubani unterrichtet Holzbautechnik und Möbelbau und ist mit den Fortbildungen sehr zufrieden. „Wenn es um den Bau von Türen und Fenstern geht, fühle ich mich schon fit. Aber beim Möbelbau kann ich meine Kenntnisse noch vertiefen – ich möchte meinen Schülern beide Bereiche gut vermitteln können.“ Damit die Vermittlung gelingt, erlernen die Berufschullehrer in den Kursen neben den fachspezifischen Techniken auch moderne Lehrmethoden, wie etwa den Einsatz von Gruppenarbeit statt reinem Frontalunterricht. Parallel zu den Weiterbildungsangeboten stattete die GIZ die 50 teilnehmenden Pilotschulen mit modernem Equipment wie Drehbänken und Werkzeug für den Unterricht aus.

Pro Jahr erreicht die GIZ 18.600 Schüler, davon sind knapp 24 Prozent Frauen. „In Zukunft werden es noch mehr Auszubildende werden“, sagt Gustav Reier. Die GIZ habe jüngst eine Vereinbarung zwischen Betrieben und dem afghanischen Bildungsministerium angeregt. Diese ermöglicht es Schülern, die bisher in traditionellen Handwerksbetrieben gelernt haben ohne einen staatlichen Abschluss zu erlangen, ebenfalls die Berufsschulen zu besuchen. „Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt für die Modernisierung der beruflichen Bildung in Afghanistan getan.“