Screenshot der App "Back up" ©GIZ

Mit einer App Gewalt gegen Frauen verhindern

08.03.2016 – Eine Kooperation von Ecuadors größtem Telekommunikationsunternehmen und GIZ ermöglicht Millionen Frauen, schnell Hilfe zu rufen.

Gewalt gegen Frauen ist in der Andenregion und Paraguay noch immer weit verbreitet. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehen davon aus, dass fast jede zweite Frau in Bolivien, Peru und Ecuador körperlicher Gewalt durch ihre Partner ausgesetzt ist. „ComVoMujer“, eine lateinamerikanische, regionale Initiative, die die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) koordiniert, hat sich zum Ziel gesetzt, den Prozess des gesellschaftlichen Umdenkens zu unterstützen. Der Name steht für „Combatir la Violencia contra la Mujer“, also Gewalt gegen Frauen bekämpfen.

In Ecuador ist es für Betroffene jetzt einfacher, auf sich aufmerksam zu machen und Hilfe zu holen. In Kooperation mit dem Telekommunikationsunternehmen CNT hat die Initiative die Smartphone-App „Junt@s“ – übersetzt „zusammen“ – entwickelt: Mit nur einem Knopfdruck können Frauen die Notfallzentrale oder eine vertraute Person alarmieren. Der Clou: Die App ist auf allen Mobiltelefonen mit Vertrag des Kooperationspartners CNT vorinstalliert – so muss sich niemand dafür rechtfertigen.

Diese Idee und die langjährige erfolgreiche Arbeit gegen Gewalt an Frauen waren der Jury des diesjährigen GIZ-internen Genderwettbewerbs einen Sonderpreis wert. Entgegengenommen haben die Auszeichnung Programmleiterin Christine Brendel und Reinaldo Torres von CNT.  „Wir freuen uns sehr über die Anerkennung. Dass wir mit der App einen Nerv getroffen haben, zeigt uns auch das Interesse anderer – gerade heute Vormittag haben wir Junt@s bei der Deutschen Telekom vorgestellt“, berichtet Brendel.

Insgesamt haben in diesem Jahr 87 Teams aus 52 Ländern beim Genderwettbewerb teilgenommen – neuer Rekord. „Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist ein Menschenrecht, ein Schlüssel für nachhaltige Entwicklung und ein Qualitätsmerkmal unserer Arbeit“, so Vorstandssprecherin Tanja Gönner anlässlich der Verleihung am 7. März.  „Mit dem Wettbewerb wollen wir Kreativität und Innovation fördern und das Engagement und Wissen der Kolleginnen und Kollegen sichtbar machen und honorieren.“

Den ersten Preis erhielt in diesem Jahr „BackUp:Gesundheit“, ein weltweit umgesetztes Gesundheitsprogramm. Über den zweiten und dritten Preis freuen sich das Programm zu Energieeffizienz und erneuerbaren Energien in Mexiko und ein Vorhaben zur Berufsbildung und nachhaltigen Wirtschaftsförderung in Ghana. 


        
    
Eine vorinstallierte APP verhindert Gewalt in Ecuador. (Foto: CNT)

        
    
Den Sonderpreis nahmen die Projektpartner von CNT und GIZ gemeinsam entgegen. (Foto: GIZ / Ostermeier)

        
    
Der dritte Platz ging an ein Vorhaben zur Berufsbildung und nachhaltigen Wirtschaftsförderung in Ghana. (Foto: GIZ / Ostermeier)

        
    
Über den zweiten Platz freute sich das Programm zu Energieeffizienz und erneuerbaren Energien in Mexiko (Foto: GIZ / Ostermeier)

        
    
Den ersten Platz überreichte Tanja Gönner (ganz links im Bild) an die weltweite Initiative BackUp:Gesundheit (Foto: GIZ / Ostermeier)