nah dran – Ausgabe 1/2016

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Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer machen’s möglich

Seit mehr als 50 Jahren leisten berufserfahrene Frauen und Männer einen Entwicklungsdienst in Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mehr als 17.000 Entwicklungshelferinnen und -helfer haben bereits ihre Fachkenntnisse in Programme der GIZ oder ihrer Vorgängerorganisation eingebracht. Seit 1969 wird ihre Entsendung von einem eigenständigen Gesetz geregelt – das Entwicklungshelfergesetzt. Heute leben wir in einer Zeit, in der die großen Errungenschaften und Institutionen der alten Bundesrepublik nicht mehr automatisch für selbstverständlich angesehen werden. Und so wird auch die Sinnfrage diskutiert, ob Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer noch zeitgemäß und wirksam sind.

Diese Frage nach der Zeitmäßigkeit von Entwicklungshelfern lässt sich schnell beantworten, wenn man die neuen, globalen Entwicklungsziele der Agende 2030 betrachtet sowie die Risiken und Folgen des Klimawandels, als auch die große Zahl von geflüchteten Menschen wahrnimmt, die täglich aus fragilen Ländern und Kontexten fliehen. Entwicklungsarbeit heißt Entwicklungsbarrieren überwinden. Das ist nur möglich, wenn Menschen gemeinsam Veränderung gestalten. Entwicklungshelfer sind im Sinne des Entwicklungshelfer-Gesetzes prädestiniert für diese Aufgabe. Sie arbeiten in Partnerorganisationen nah dran an der Zivilgesellschaft und machen gerade erst Veränderung für viele Menschen möglich, erfahrbar, erlebbar.

Die Frage der Wirksamkeit ist eine wichtige Frage, die immer wieder gestellt werden sollte. Die GIZ gibt ihren Auftraggebern im Rahmen ihrer Programmarbeit ein Wirkungsversprechen und definiert ein Wirkungsziel, das erreicht werden soll. Entwicklungshelfer leisten mit ihrem Dienst einen Teilbeitrag zur Zielerreichung. Wie das im Einzelnen aussieht, zeigen ihre Berichte in der aktuellen und zugleich auch letzten Ausgabe von „nah dran“. 

Zum Beispiel:

  • Rollenvielfalt der Entwicklungshelfer: Wäre der Entwicklungsdienst ein Fußballspiel, so verstünde sich Malte Kaßner, seit 2014 Entwicklungshelfer in Simbabwe zur Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit als defensiver Mittelfeldspieler, als Stürmer und als Trainer zugleich. Klar hier entsteht ein Spannungsdreieck, aber auch eine ergänzende Beziehungsvielfalt – ein Schulterschluss: „Gerade die bewusste Wahrnehmung von unterschiedlichen Rollen kann helfen, die Organisation bestmöglich zu unterstützen.“ In „nah dran“ berichtetet er über sein flexibles Rollenverständnis in der Entwicklungszusammenarbeit zur bestmöglichen Unterstützung der Partnerorganisation.
  • Von Klein zu Groß: Aude Cuzon Gatcho berichtet über das Wassermanagment einer lokalen Gemeinde in Kamerun, dessen System auf nationaler Ebene umgesetzt wurde und zum nationalen Standard ernannt wurde. Überwiegend leben die Menschen in ländlichen Gebieten Kameruns ohne Zugang zum öffentlichen Trinkwassernetz. Die Folgen sind schwere Erkrankungen wie Cholera. Um dem entgegen zu wirken hat die Entwicklungshelferin Aude Cuzon Gatcho seit 2011 in Kooperation mit einer kamerunischen Gemeinde ein kommunales Wassermanagment aufgebaut, das als Vorreiter seiner Art nicht nur Krankheitsfälle durch verschmutztes Trinkwasser reduziert, sondern auch die berufliche Positionierung von kamerunischen Frauen stärkt und nun auf staatlicher Ebene Veränderung nachhaltig prägt.
  • Vor unserer Haustür: Millionen von Menschen sind täglich Bürgerkriegen, Ressourcenkonflikte und fragilen Gesellschaften ausgesetzt, doch sind diese Konflikte längst nicht nur ein Thema der globalen Nachrichten, sie kommen direkt vor unserer Haustür an. Für die Vermittlung in vielschichtigen Konflikten bedarf es einer besonderen Fachkompetenz mit menschlichem Fingerspitzengefühl. Im Interview „Wir scheuen keine Konflikte“ gibt Volker Mönikes , Leiter des ZFD-Programms die Streitbarkeit und Allparteilichkeit der Fachkräfte des ZFD wieder und unterstreicht dabei die Aufarbeitung der Vergangenheit nach Konflikten und die Förderung zum Dialog.
  • Retrospektive – der Blick in die Vergangenheit: Über 20 Jahre arbeitet Jan de Pelseneer als Entwicklungshelfer und Berater in Afrika. Im Artikel „Du kannst Wunder vollbringen, wenn du daran glaubst…“ teilt er seine Begegnungen mit Menschen, die Visionen und Träume haben, diese umsetzen und so die Zukunft mitgestalten. Von Ruanda über Kamerun nach Benin zeichnet sich eine Geschichte der Entwicklungszusammenarbeit ab, in der Menschen für zukünftige Generationen Verantwortung übernehmen.

In eigener Sache: Die Zeitschrift „nah dran“ verabschiedet sich mit der Ausgabe 1/2016 von Ihren Leserinnen und Lesern. Die Redaktion bedankt sich für jahrelange und Jahrzehnte lange Treue.

Publikationsdatenbank

In unserer Datenbank finden Sie alle Ausgaben ab 1/2007. Bitte beachten Sie bei der Suche, dass die Ausgaben 1/2011 bis 4/2012 unter dem Titel GIZ-Brief, die Ausgaben 1/2007 bis 4/2010 als DED-Brief erschienen sind.

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NAH DRAN 1/2016

Die Möglichmacher – Entwicklungshelfer verbinden Entwicklungsziele und Menschen 

Gesamtausgabe 1/2016