Bessere Berufsperspektiven in Nordafrika

17.06.2016 – In Marokko und Tunesien ist die Arbeitslosigkeit hoch. Viele junge Nordafrikaner wollen in Europa ein neues Leben beginnen – und riskieren auf dem Mittelmeer ihr Leben. Die GIZ arbeitet daran, die Berufschancen für junge Menschen vor Ort zu verbessern.

Jaouad Ait Rabeh ist 25 Jahre alt – und ein gestandener Unternehmer. Früher verkaufte der Marokkaner aus der Provinz Ouarzazate mit seiner Firma Solaranlagen. Unterstützt durch verschiedene Trainings der lokalen Handelskammer erweiterte Jaouad sein Angebot: Heute berät er Verkäufer und Installateure in ganz Marokko und bildet Solartechniker aus. 500 waren es in zwei Jahren. So hat Jaouad nicht nur frühere Konkurrenten als Kunden gewonnen, er hat auch fünf feste Arbeitsplätze und Arbeit für fünf weitere Trainer geschaffen. Zusammen mit seinem Bruder gründete er eine Filiale in einer benachbarten Provinz. „Mein Einkommen hat sich inzwischen vervierfacht“, erzählt Jaouad stolz.

Nicht allen Marokkaner geht es so gut wie Jaouad. Besonders Provinzen, die wie Ouarzazate im Landesinneren liegen, sind vom wirtschaftlichen Wachstum abgeschnitten. Die Landwirtschaft ist dort der bedeutendste Wirtschaftszweig, bietet aber kaum Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten. Die schwierige Situation treibt die Menschen vom Land in die Küstenstädte im Norden. Oder gleich weiter ins Ausland. In der Hoffnung, in Europa Arbeit zu finden, machen sie sich auf die gefährliche Reise über das Mittelmeer.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH hilft den Provinzen im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) dabei, die Berufsperspektiven für junge Menschen zu verbessern – zum Beispiel unterstützt sie die Handelskammern vor Ort bei der Durchführung von Fortbildungen, wie Jaouad sie besucht hat, etwa zu den Themen Management oder Unternehmensgründung. Durch die Beratung von zehn Institutionen werden mehr als 100 Ingenieure und Techniker in der Anwendung von verschiedenen Energietechnologien fortgebildet. Von der GIZ unterstützte lokale Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien und Energieeffizienz schaffen 130 zusätzliche Arbeitsplätze. Mehr als 500 Menschen wurden in der der Gewinnung von Biogas und der Anwendung von Abwasserreinigungstechniken und geschult.

Auch in Tunesien unterstützen wir junge Menschen dabei, Berufsperspektiven zu entwickeln. Der Schwerpunkt liegt darauf, Berufe mit hohem Beschäftigungspotenzial attraktiver zu machen, die Aus-und Fortbildung an die Bedürfnisse der Wirtschaft anzupassen und Unternehmensgründungen zu fördern.