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Flüchtlingslager im Nordirak

22.06.2016 – Hunderttausende Flüchtlinge finden im Nordirak Schutz vor Krieg und Terror. Doch es geht auch um ihre langfristigen Perspektiven.

Shariya im nordirakischen Distrikt Dohuk ist eines der Flüchtlingslager, in denen die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die Provinzregierung dabei unterstützt, die Not der Menschen zu lindern, die vor der Terrororganisation „Islamischer Staat“ geflohen sind. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die GIZ dort beim Aufbau von 14 Gemeindezentren, zehn Schulen, sieben Gesundheitsstationen und einem Krankenhaus unterstützt. Zudem wurden Bodenplatten für Zelte gelegt, es entstanden Straßen und Systeme für die Wasserversorgung. In Schulungen bereitet die GIZ die Verwalter der Flüchtlingslager auf ihre Aufgaben vor und bildet sie zu Streitschlichtern aus. Sie arbeitet dabei mit der Welthungerhilfe und UNICEF zusammen.

Rund 20.000 Menschen leben in Shariya, rund 550.000 flohen insgesamt seit Sommer 2014 binnen eines Jahres nach Dohuk, die meisten aus Syrien und dem Irak. Um ihnen in den Camps Beschäftigung und Abwechslung zu bieten, organisiert UNICEF im Auftrag der GIZ Fußballturniere und Lesungen. Hunderte Kinder nehmen an Theatergruppen teil, in jedem Lager erstellen Jugendliche eine eigene Zeitung. Drei mobile Kinos touren regelmäßig durch die Camps.

Ein Dach über dem Kopf, Wasser, Lebensmittel, Kleidung und sogar etwas Unterhaltung – die Familien sind mit dem Wesentlichen versorgt. Die einen besuchen Alphabetisierungskurse, Nähkurse und Informationsveranstaltungen. Andere beteiligen sich am Aufbau der Infrastruktur des Camps. Auch eine Anwältin steht den Besuchern der Gemeindezentren zur Seite. Sie hilft bei neuen Pässen, Heirats- oder Geburtsurkunden – wichtige Dokumente, die viele Menschen bei der Flucht zurückgelassen haben.

Doch es geht nicht nur um das hier und jetzt: um den Menschen Zukunftsperspektiven zu verschaffen unterstützt die GIZ im Auftrag des BMZ im Nordirak die Menschen mit Kurzausbildungen. Dort lernen sie zum Beispiel zu mauern, zu schreinern, Mobiltelefone zu warten, Elektro- oder Wasserleitungen zu verlegen, Teppiche zu knüpfen und zu schneidern. Das Ziel ist es, dass die Teilnehmer später selbständig einen kleinen Betrieb gründen und ihre Familien unterstützen können.

Nazrin Iljaz lebt mit ihren sieben Kindern im Flüchtlingslager Sharyia. Erfahren Sie mehr über ihr bewegendes Schicksal in der Reportage „Ein neues Leben“ von Gabriele Rzepka, erschienen im GIZ-Magazin akzente.