© GIZ

Nigeria: Mit einer App Korruption eindämmen

30.06.2016 – Illegale Straßenkontrollen erschweren den Alltag nigerianischer Händler. Eine App stellt die Verstöße öffentlich dar und dient so der Korruptionsvermeidung.

Auf Nigerias Straßen sind Händler und Produzenten, die ihre Waren transportieren, regelmäßig mit Straßenkontrollen konfrontiert. Viele dieser Kontrollpunkte entlang von Handelsrouten und Grenzen sind illegal errichtet. Oft passieren die Fahrer auf einer Route mehrerer solcher Checkpoints. Fast 60 Prozent der von der GIZ im Jahr 2012 befragten Exportunternehmer gaben an, auf dem Weg von der Grenze bis zu ihrer Geschäftsstelle auf drei bis fünf illegal errichtete Stationen zu treffen. Dabei verlieren sie viel Zeit und nicht selten mehr Geld, als sie an dem Tag einnehmen. Wenn eine Person sich weigert zu zahlen, kann die Gewalt schnell eskalieren.

Mit einem kostenlosen Programm für Smartphones, in dem Zwischenfälle auf Handelsrouten gemeldet werden können (Trade Route Incident Mapping System, TRIMS), werden die Vorfälle registriert und öffentlich einsehbar in einer Karte dargestellt. Betroffene können über die App anonyme Meldungen versenden, in denen Sie die Art und Ort des Geschehens übermitteln. Auf der Website ist so eine interaktive Karte entstanden, die seit Projektstart 2014 über 2000 Fälle verzeichnet. So werden die Verstöße sichtbar. Darüber hinaus wird Aufklärungsarbeit zum Thema Korruption und dessen Vermeidung geleistet. In Radiobeiträgen, über Plakate und Broschüren werden besonders die Betroffenen angesprochen und ein Bewusstsein in der Bevölkerung geschaffen.

David Deissner vom Vodafone-Institut bestätigte, dass digitale Instrumente nachhaltige Entwicklung fördern können: „Der digitale Wandel eröffnet Entwicklungsländern viele neue Chancen“, erklärte er bei der Diskussionsveranstaltung „Welt im Wandel“ in Berlin. „Er hat viele Innovationen hervorgebracht, die wirtschaftliche und soziale Fortschritte ermöglicht haben.“
„Welt im Wandel“ ist eine Veranstaltungsreihe von Tagesspiegel und GIZ. Zusammen mit prominenten Gästen wird über aktuelle Themen in der internationalen Zusammenarbeit diskutiert.