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Klempner-Ausbildung für Frauen in Jordanien schafft Perspektiven

08.07.2016 – In Jordanien herrscht große Wasserknappheit. Die GIZ schafft Abhilfe, indem sie Frauen zu Klempnerinnen ausbildet – und ihnen damit gleichzeitig eine Zukunftsperspektive aufzeigt.

Jordanien ist eines der wasserärmsten Länder der Welt. Wegen des Bürgerkriegs im Nachbarland Syrien hat Jordanien in den vergangenen Jahren sehr viele Flüchtlinge aufgenommen – vor allem direkt in den Städten und Gemeinden. Dadurch hat sich der Druck auf die ohnehin schon begrenzten Wasserressourcen verschärft.

Um das knappe Gut zu schonen und gleichzeitig mehr Zukunftsperspektiven in der Region zu schaffen, bildet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH seit 2014 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) jordanische und syrische Frauen zu Klempnerinnen aus. Die Frauen sollen die Wasserleitungen in den Verwaltungsgebieten Amman und Irbid instand setzen und so dazu beitragen, dass der Wasserverbrauch gesenkt wird.

Die Klempner-Ausbildung hat aber noch einen weiteren Vorteil: Die ausgebildeten Frauen können in den Häusern anderer Frauen arbeiten, ohne dass ein männliches Familienmitglied anwesend ist –für männliche Klempner in Jordanien unmöglich.

Zusätzlich erhalten syrische Frauen durch die Ausbildung eine Zukunftsperspektive und können ihre Familien unterstützen. Davon profitiert auch die angehende Klempnerin Assia al Salameh, die mit ihrer Familie von Syrien nach Jordanien geflohen ist.

Bislang haben 125 Frauen die Ausbildung absolviert – ein Drittel von ihnen syrische Flüchtlinge. Insgesamt sollen rund 150 Frauen bis Ende 2016 ausgebildet werden.

Die GIZ in Jordanien

Die GIZ ist seit mehr als 40 Jahren in Jordanien vertreten und in den Bereichen Umwelt, Demokratisierung, Infrastruktur, Soziale Entwicklung und Wirtschaft tätig. Aktuell liegen die Schwerpunkte auf der nachhaltigen Wasserversorgung und der beruflichen Bildung von Jordaniern sowie von syrischen und palästinensischen Einwanderern.