Soja und Maniok für Malawi

11.07.2016 – Malawis Bauern sollen Lebensmittel anstelle von Tabak produzieren. So möchte es die Regierung des Landes. Denn das ist langfristig die beste Absicherung gegen Hunger. Die GIZ unterstützt beim Umstieg.

GIZ: Sonnenblumen statt Tabak (2016)

In Teilen Malawis herrscht Dürre. Es drohen erhebliche Ernteausfälle. Schuld daran ist neben dem Klimaphänomen El Niño eine einseitig geförderte Landwirtschaft. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in diesem Jahr bis zu 6,5 der 17 Millionen Einwohner Malawis von Hunger bedroht.

Um künftigen Ernteausfällen vorzubeugen und die Ernährungssicherung zu verbessern, möchte die malawische Regierung die Bauern dazu bewegen, mehr Lebensmittel zu produzieren. Denn noch ist Tabak das wichtigste Exportprodukt des kleinen Landes in Südostafrika. Doch das „grüne Gold“ ist für die Bauern Segen und Fluch zugleich. Zum einen schwanken die Weltmarktpreise für Tabak stark. Zum anderen verdorren die empfindlichen Pflanzen auf ausgeschöpften Böden leicht. Dann fehlen Einnahmen und Lebensmittel, Hunger droht.

Daher plant die malawische Regierung, die Diversifizierung voranzutreiben. Wenn die Bauern auch Soja, Erdnüsse, Sonnenblumen und Maniok anbauen, verbessert sich die Lebensmittelversorgung des ganzen Landes. Durch sinnvolle Fruchtfolge bleibt außerdem die Fruchtbarkeit des Bodens erhalten.

Damit Malawi seine nationalen Entwicklungsziele erreicht, fördert die GIZ den Anbau von Ölsaaten und Maniok. Sie arbeitet mit verschiedenen landwirtschaftlichen Ausbildungseinrichtungen zusammen. So hat sie zum Beispiel den Lehrplan des Trainingsinstituts der „Stiftung für landwirtschaftliche Forschung und Beratung““ überarbeitet. Dort lernen 150 Studenten und Trainer pro Jahr, die Kleinbauern im ganzen Land dabei zu beraten, wie sie auch Sonnenblumen, Erdnüsse und Soja anbauen. Die GIZ hat die Bibliothek mit Lehrmaterialien ausgestattet. Sie ist dabei, ein Gebäude zu sanieren, in dem ein Labor und ein Schulungsraum eingerichtet werden sollen. Es werden Demonstrationsfelder angelegt und mit einer Bewässerungsanlage ausgestattet. Über diese Aktivitäten gibt ein aktueller Film aus dem Projekt Auskunft.

Gestärkt wird auch die Wertschöpfung in der weiteren Bearbeitung von Maniok und Ölsaaten. Maniok ist ein wichtiger Stärkelieferant. Aus der Knolle lässt sich ein hochwertiges Mehl gewinnen. Doch die Verarbeitungskapazitäten im Land sind bisher gering – dabei ist dort die Nachfrage dafür hoch. Die Experten bringen bisherige Tabakfarmer in Verbindung mit speiseölproduzierenden Firmen. Diese geben den Bauern Saatgut und garantieren den Aufkauf der Ernte. Denn bisher werden weniger Soja und Sonnenblumen produziert, als verarbeitet werden könnten. So sind Malawis Bauern auf dem Weg, die Lebensmittelversorgung ihres Landes zu verbessern und gleichzeitig die Wertschöpfung im Land – und damit ihr Einkommen – zu erhöhen.

Diese Aktivitäten sind Teil der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“. Auftraggeber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Von den „Grünen Innovationszentren“ und anderen Programmen sollen in den kommenden zwei Jahren zunächst 17.000 Kleinbauern-Familien profitieren. Noch gehört Malawi mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 230 Euro zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt.

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GIZ: Sonnenblumen statt Tabak. 2016