Afghanistan: Unsere Arbeit macht einen großen Unterschied für alle, die wir erreichen

15.08.2016 – Landesdirektor Robert Kressirer spricht über die Herausforderungen der Arbeit in Afghanistan. Die GIZ ist weiter landesweit tätig und trägt dazu bei, die Lage der Menschen vor Ort zu verbessern.

Wo ist die GIZ heute in Afghanistan tätig?
Die GIZ ist in Afghanistan weiterhin landesweit tätig. Rund 100 deutsche und internationale Mitarbeiter und mehr als 1.400 einheimische Mitarbeiter engagieren sich in rund 60 Projekten in dem nach wie vor sehr armen Land, das in vielerlei Hinsicht vor Herausforderungen steht. Das Spektrum reicht von Schul- und Berufsbildung über die Rechtsberatung bis hin zu  Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung. Rund 30 Fachkräfte des Centrums für Internationale Migration und Entwicklung (CIM) arbeiten direkt in afghanischen Partnerinstitutionen.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt entsprechend unserer Aufträge durch die Bundesregierung in den fünf Nordprovinzen  Balkh, Samangan, Baghlan, Takhar und Badakhshan. Auch in Kunduz – das mehrfach wegen der instabilen Lage in den Schlagzeilen war – sind wir nach wie vor tätig. Die Arbeit läuft weitgehend normal ab – hier unterstützen uns freie Mitarbeiter, Consultingunternehmen oder Nichtregierungsorganisationen.

Was hat sich verändert?
Wir passen unsere Arbeits- und Lebensweise entsprechend der Sicherheitslagepermanent weiter an und lernen Tag für Tag dazu. Individuelles Wohnen in Privatunterkünften  ist heute für deutsche und internationale GIZ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr möglich, es werden jedoch einfache gesicherte Unterkünfte für alle bereitgestellt. Diese Art zu leben, zu wohnen und zu arbeiten stellt eine permanente Herausforderung sowohl im privaten als auch beruflichen Bereich dar, in der neue Erfahrungen gemacht werden, die auch für Standorte in anderen Ländern interessant sein können.

Projektbesuche finden weiterhin regelmäßig statt, natürlich erst nach Überprüfung der Sicherheitslage, denn die Fürsorge für alle Kolleginnen und Kollegen steht im Vordergrund. Des Weiteren werden verstärkt nationale Mitarbeitende gefördert, um sie in verantwortlichen Positionen noch gezielter einzusetzen. Dabei profitieren wir vom ständig wachsenden Know How unserer nationalen Kolleginnen und Kollegen nach mehr als einer Dekade vor Ort und können auf unsere strengen Compliance-Regeln vertrauen. Generell hilft es uns, dass wir schon seit Jahren ein umfangreiches Sicherheitssystem aufgebaut haben, das alle Mitarbeiter mit wichtigen Informationen versorgt und uns so ermöglicht, unter diesen Umständen zu arbeiten. Hier gehen wir sehr professionell vor.

Können Sie so Ihre Ziele erreichen?
Ja, das können wir, auch wenn es nicht jeden Tag einfach ist. Beim Blick auf Afghanistan gerät manchmal in Vergessenheit, dass es sich um eines der ärmsten Länder der Welt handelt. Hier leben 70 Prozent Analphabeten. Unsere Zusammenarbeit mit den afghanischen Partnern vor Ort macht einen großen Unterschied für die Menschen, die wir erreichen. Die Erfolge der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind anerkannt und sichtbar. Es ist wichtig, dass heute Millionen mehr Kinder in die Schulen gehen, dass es eine verbesserte Gesundheitsversorgung gibt, einen Zugang zu Strom und Trinkwasser und Projekte, die auf die Wirtschaftsentwicklung abzielen. Das wird von der afghanischen Bevölkerung anerkannt und gibt uns die Kraft und Zuversicht, die wir für unsere Arbeit brauchen.