© GIZ

Brasilien: Wie die GIZ bedrohte Tropenwälder schützt

16.08.2016 – Brasiliens Tropenwälder sind Lebensraum für unzählige Pflanzen- und Tierarten und ein wichtiger globaler CO2-Speicher. Die GIZ fördert im Auftrag des BMZ und des BMUB den Erhalt dieser wertvollen Gebiete.

Brasilien beherbergt die größte Artenvielfalt weltweit. Die tropischen Regenwälder sind als Schutzhort der Biodiversität und CO2-Senke von globaler Bedeutung. Jedoch bedrohen Abholzung und Brandrodung die Tropenwälder zunehmend.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die brasilianische Regierung seit mehr als 20 Jahren bei Projekten, die zum Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Tropenwälder beitragen. Mit messbarem Erfolg: Etwa 2.000 Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 1,5 Millionen Quadratkilometern hat Brasilien bislang ausgewiesen – eine Waldfläche viermal so groß wie Deutschland.

Die Projekte sind vielfältiger Natur: Zum Beispiel unterstützt die GIZ im Auftrag des BMZ das brasilianische Umweltministerium dabei, im Amazonas das neue Waldgesetz umzusetzen. Dieses verpflichtet Eigentümer von Waldgebieten dazu, illegal gerodete Waldflächen wiederherzustellen und in einem elektronischen Umweltkataster Auskunft über die Landnutzung zu geben. Bis Mai 2016 wurden 3,2 Millionen Landbesitze registriert – das sind fast 60 Prozent aller Grundstücke, die unter das Gesetz fallen.

Zudem fördert die GIZ im Auftrag des BMUB gemeinsam mit dem brasilianischen Umweltministerium den Schutz des vom Klimawandel bedrohten atlantischen Küstenwaldes Mata Atlântica, einer der fünf wichtigsten Biodiversitäts-Hotspots der Welt. Zum Beispiel ermittelte die GIZ in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Duque de Caxias in Rio de Janeiro, welche Siedlungen im Gemeindegebiet besonders von Überschwemmungen oder Hitzewellen bedroht sind und welche Schutzmöglichkeiten – etwa die Aufforstung von Mangrovenwäldern – es gibt. In etwa 50 Gemeinden trägt die GIZ mit solchen Maßnahmen dazu bei, das Ökosystem wiederherzustellen, seine Anfälligkeit für die Folgen des Klimawandels zu reduzieren und damit die Lebensqualität für die Bewohner zu verbessern.

Diese Erfahrungen wurden in Zusammenarbeit mit Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen in Kursen und Veranstaltungen bereits an mehr als 220 lokale, regionale und nationale Akteure aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor weitergegeben. Außerdem berät die GIZ die brasilianische Regierung dazu, dieses Wissen auch in nationale Politiken wie den Nationalen Plan zur Anpassung an den Klimawandel (PNA) zu integrieren und so ihre Ziele im Biodiversitäts- und Klimaschutz zu erreichen. Dies ist gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen.