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Nachhaltig sanieren: Historische Altstadt von Lviv bekommt ein neues Gesicht

24.08.2016 – Die Altstadt von Lviv war lange dem Verfall preisgegeben. Die GIZ bildet Handwerker aus, um die historischen Gebäude umfassend zu restaurieren.

Am 24. August begeht die Ukraine ihren Nationalfeiertag und feiert die Erklärung ihrer Unabhängigkeit von der Sowjetunion vor 25 Jahren. Zwar ist die Ukraine in ihrer jüngeren Geschichte von Unruhen und Krieg geprägt, doch haben viele Städte die letzten Jahrhunderte weitgehend unbeschadet überstanden. Eine davon ist Lviv (Lemberg) im Westen des Landes.

Obwohl die Stadt seit 1998 UNESCO-Weltkulturerbe ist, wurden viele der Gebäude in der Altstadt lange Zeit nur notdürftig oder gar nicht saniert. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die Stadt Lviv dabei, die Altstadt in Zusammenarbeit mit Verwaltung, Bürgern und Privatwirtschaft nachhaltig zu restaurieren.

Die GIZ setzt dabei vor allem auf die Qualifizierung und Ausbildung von Bauleuten und anderen Fachkräften. Im Zuge des Projekts werden Seminare und Schulungen zu denkmalgerechter Sanierung gehalten. So erhalten beispielsweise Architekten, Schmiede oder Tischler Aus- und Weiterbildungen in Sanierungstechniken, Zeitmanagement oder Buchhaltung. Viele Handwerker haben sich seitdem auf dem Sanierungsmarkt etabliert: Seit Beginn des Projekts im Jahr 2009 sind rund 20 neue kleine und mittlere Unternehmen entstanden, rund 480 Bauleute wurden ausgebildet.

Auch private Hausbesitzer und Bewohner der Altstadt profitieren von dem Projekt: Sie können eine kostenfreie Beratung rund um das Thema Gebäudesanierung sowie Förderprogramme für die Sanierung von historischen Altbauteilen in Anspruch nehmen. Das haben bisher rund 2.000 Haushalte in Lviv gemacht. Außerdem können die Bürger über die vom Projekt initiierte Stadtwerkstatt „Maisternia Mista“ zusätzliche Vorschläge und Ideen einbringen, wie und wo in der Stadt noch Restaurierungs- oder Aufwertungsbedarf besteht. Die Zufriedenheit der Bewohner mit der Stadterneuerung ist seit Projektbeginn um 15% gestiegen. Das Projekt läuft noch bis Ende 2017.